Zwischen Hölle und Himmel: Zu den Kontaminierungen auf dem Grundstück der zukünftigen Moschee an der Bahnhofstraße

      Zwischen Hölle und Himmel: Zu den Kontaminierungen auf dem Grundstück der zukünftigen Moschee an der Bahnhofstraße

      Zu dem Baugrundstück der zukünftigen Moschee in der Bahnhofstraße sagt das Plettenberg-Lexikon von Horst Hassel u.a. folgendes:
      ‘Schwarz, Ernst; gründete 1874 eine Kleineisenwarenfabrik (Gabelfabrik); zuletzt Bahnhofstraße; hier Bau der ersten Spezialwalze zum Zinkenwalzen, ein Verfahren, das sich anschließend in ganz Europa durchsetzte; das Gebäude wurde am 28.12.1999 an den Türkischen Kulturverein veräußert, der dort eine Moschee und Versammlungsräume einrichtete.‘
      Weitere Informationen, wie in den damaligen Gebäuden der Gabelfabrik Industriegeschichte geschrieben wurde, finden sich im Plettenberg-Lexikon unter dem Stichwort Ernst Schwarz GmbH - Gabelfabrik. Die Firma Schwarz war ursprünglich aus der Firma Feld und Spaten Sportgeräte hervorgegangen und 1930 schlossen sich die Gabelfabrik Schwarz, (Gabeln, Hacken, Rechen) und das Werk Oberkirch (Stiele und Schneeschuhe) mit der Firma W.O. Schulte und die Firma Holzwarenfabrik Georg Ehrhardt u. Sohn aus Oberkirchen zusammen.
      (Es sei nur am Rande erwähnt, dass sich Horst Hassel hier in einigen Kleinigkeiten und Abfolgen der Firmenhistorien getäuscht hat, aber das spielt für die heutige Situation und Überlegungen keine weitere Rolle.)
      W.O. Schulte war auf der anderen Seite der Bahnhofstraße angesiedelt, auf dem Gelände, auf dem heute das P-Center steht. Wie im Zuge des Baues des P-Centers bekannt wurde, war das Gelände der Firma W.O. Schulte hochgradig kontaminiert und musste umfassend saniert werden. Die umfassende Sanierung wurde durch eine Eingabe beim Petitionsausschuss in Düsseldorf durch einen obskuren Deal zwischen Stadt und Investor - am Ende auf Kosten der Bürger umgesetzt.

      Bevor nun das Gelände der Firma Schwarz an die muslimische Gemeinde verkauft wurde, befanden sich in den Räumlichkeiten der Firma Schwarz verschiedene Industriebetriebe, von denen eine die Härterei Rittinghaus & Thun war. Nachdem Thun ausgestiegen war, blieb bis zur Insolvenz nur Rittinghaus übrig. (Wir kommen gleich darauf zurück, warum der Name Rittinghaus eine wichtige Rolle spielt.) M.a.W. über ca. 120 Jahre waren auf dieser Höhe beidseits der Bahnhofstraße Industriebetriebe angesiedelt und haben natürlich auch den Boden kontaminiert.

      Der Insolvenzverwalter der Firma Rittinghaus soll vor dem Verkauf an die muslimische Gemeinde gesagt haben, dass es in den Räumlichkeiten der Firma Rittinghaus ausgesehen habe wie im Vorhof der Hölle. Nun bin ich noch nicht im Vorhof der Hölle gewesen (auch wenn mich vmtl. manche dahin wünschen), aber zumindest nach christlicher Tradition stelle ich mir das als einen unwirtlichen Ort mit heißen Feuern, siedenden Wasser- und Ölkesseln vor, in dem die armen Sünder eifrig Abbuße leisten müssen, bevor sie dann vielleicht von der Hölle ins himmlische Paradies überwiesen werden.
      So gesehen wäre es grundsätzlich keine schlechte Sache, wenn der Vorhof der Hölle nun heute vom Neubau einer Moschee in den Vorhof des Himmels gewandelt würde. Nun bin ich in theologischen Detailfagen, insbesondere solchen des Islams, nicht so besonders bewandert und beschlagen, aber ich stelle mir das metaphorisch so vor, bevor man einen Vorhof der Hölle in
      einen Vorhof des Himmels wandeln könnte, müsste man vermutlich in der Hölle und ihren Tiefenstrukturen gründlich aufräumen, sauber machen und entgiften.
      Da eine Härterei wie Rittinghaus u.a.a. mit heißen Öl- und Säurebädern arbeitete, von denen mehr als einhundert Jahren Industrieproduktion vorher ganz zu schweigen, dürfte sich in den ‘insolvenzverwalterischen Tiefenstrukturen‘ der Vorhölle an der Bahnhostraße einiger Dreck angesammelt haben. Auf diese höllischen Hinterlassenschaften soll die muslimische Gemeinde beim Erwerb des Grundstücks auch schriftlich hingewiesen worden sein.
      Dementsprechend ist das Neubau-Grundstück für die zukünftige Moschee auch im Altlasten Kataster des MK als kontaminiert ausgewiesen und müsste vor einem Neubau entsprechend dekontaminiert werden, um von der theologischen Begrifflichkeit der Höllenreinigung mal in die Begrifflichkeit der Ökologie umzuschalten.

      Nun wäre doch die politische Begleitung dieser Sanierung eine Aufgabe für die drei just gewählten Damen der Grünen, die nun sogar eine Fraktion bilden können, insbesondere da ihnen und ihrer Partei die Sauberkeit der Umwelt und eine intakte Ökologie und ein vernünftiges Miteinander mit den Muslimen besonders am Herzen liegt. Jenseits der Ökologie wäre das für die grünen Damen auch eine besondere Aufgabe, weil es zwischen dem letzten Eigentümer des Vorhofes der Hölle der Firma Rittinghaus und dem Rangplatz Zwei bei den grünen Rats-Damen eine wundersame Namensgleichheit gibt: eben Rittinghaus.

      Ich vermute erst mal, zugunsten der Grünen, dass diese Namensgleichheit soz. ‘zufällig‘ ist und es sich nicht um die giftigen Hinterlassenschaften der familialen Vorfahren von der grünen Rats-Dame Fr. Rittinghaus handelt, denn Rittinghäuser gibt es ja einige, obwohl ...? Vielleicht klärt uns Rats-Dame Fr. Rittinghaus über ihre Familien- und Verwandtschaftbeziehungen etwas auf. Vielleicht helfen uns bei der Aufklärung auch mal Hr. Aschauer mit seinen preisgekrönten, journalistischen Recherchefähigkeiten oder ersatzweise auch Hr. Schlütter aus.

      Wenn ich das allerdings im Rahmen der jüdischen Mystik, also der Kabbalistik betrachte (und da kenne ich mich dank eines jahrelangen Kabbala Studiums recht gut aus), dann sind jenseits verwandschaftlicher und familialer Dynamiken, insbesondere Koinzidenzen und synchron auftretende Namensgleicheiten eine äußerst ernstzunehmende Angelegenheit.

      Wiederum in einer anderen Terminologie, nämlich der von Ernst Jünger (der bekanntlich lange mit dem Plettenberger Carl Schmitt verbunden war) handelt es sich dabei um ‘strenge Prüfungen‘. Jünger vertrat die Auffassung, wenn das Leben strenge Prüfungen stellt, dann hat der Prüfling mit der entsprechenden, ernsten Strenge auf diese Prüfung zu antworten, sonst fällt er durch die Prüfung. Jünger meinte damit natürlich, wer im Krieg nicht aufpasst, ist tot und selbst wenn man aufpasst, ist das im Krieg noch lange keine Überlebensgarantie. Durch das ständige Bewusstsein der Strenge steigen nur die Überlebenschancen. In seinem späteren Werk übertrug er das Konzept vom Schlachtfeld auf andere Felder, wie bspw. das Feld der Politik und eines ethisch gebundenen Verhaltens. Aber klar, wer interessiert sich von den heutigen Politikern noch für Solcherlei?
      Ja und werden manche sagen, was wusste Ernst Jünger schon, außer dass er mit dieser Methodik immerhin fast so alt wie Methusalem wurde, nämlich 103. So gesehen, scheint Ernst Jünger sich in theologischer Begrifflichkeit besonderer Gunst der Götter erfreut zu haben, denn weite Teile seines frühen Werkes beschäftigen sich durch den sog. ‘kalten Blick‘ mit Beschreibungen von Überlebensstrategien in der von Menschen geschaffenen Hölle, dem Krieg.

      Nun sind der Krieg und als einer seiner großen Zeitzeugen Ernst Jünger insofern von Bedeutung, da sich die Grünen, die ursprünglich mal aus der Friedensbewegung hervorgegangen waren, mtlw. zur strammen Kriegspartei im Auftrage der NATO gewandelt haben, wie Die Welt schon 2010 feststellte. Und leider hat sich seit dieser Zeit dbzgl. bei den Grünen nichts gebessert, sondern ganz im Gegenteil. Hunderrte Quellen gefällig? Nicht verzagen, Google fragen!
      Und natürlich auch klar für unsere postmodernen Weltverbesserer, die die ‘Negative Moderne‘ abwenden wollen, indem sie an der Weltrisiko-Gesellschaft und ihrem Sturz ins Nichts (also in die Hölle) eifrig mitklöppeln, gilt: ‘Alles Nazis außer Mutti!‘

      In Plettenberg sind die Stellplätze bekanntlich ein Problem. Deshalb zu guter Letzt noch die Frage, wie und wo die ganzen Parkplätze für die Besucher der Moschee herkommen oder wo die hinkommen sollen? Eine Moschee hat bis zu 500 Plätze und wie der Presse zu entnehmen ist, kommen zu besonderen Veranstaltungen in P'berg bis zu 1.000 Personen. Soll auf dem Grundstück des P-Centers ein mehrgeschossiges Parkhaus gebaut werden, sollen die Parkplätze abgelöst werden oder parken die Autos einfach entlang der Bahnhofstraße oder, oder?
      In der Parkraumstudie von Mai 2017 wird der Bereich Bahnhofstraße gar nicht erst erfasst.

      Langer Rede kurzer Sinn, nun liegen die ersten Fragen klar auf dem politischen Rathaus-, Fraktions- und Ratstischen:
      Was sagt die Stadt Plettenberg dazu?
      Was sagen die Honoratioren der türkischen Gemeinde dazu?
      Wie sind die genauen Verbindungen zwischen der Gemeinde und der DITIB?
      Gibt es ein Lastengutachten für das Baugrundstück der zukünftigen Moschee?
      Wenn ja, was ist dabei rausgekommen?
      Mit welchen Dekontaminierungskosten muss gerechnet werden?
      Wer wird die Kosten bezahlen?
      Wollen die grünen Damen insbesondere Fr. Rittinghaus das fachlich begleiten?
      Da zu einer Moschee zwischen 500 und 1.000 Menschen kommen, wo und wie ist das mit den Parkplätze für die Moschee?
      Images
      • Plettenberg, Bahnhofstraße, Auszug aus dem Altlastenkataster.png

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