Beschwerde am 20.6. bei Bernhard Schlütter über seine Publikationen auf Guten Tach

      Beschwerde am 20.6. bei Bernhard Schlütter über seine Publikationen auf Guten Tach

      Lieber Bernhard,

      mit Interesse und ebenso großem Befremden habe ich deine Berichterstattung bei ‘Guten Tach Ausgesprochen ehrlich‘ zu der Besetzung der Wahlkreise der Grünen und meiner Person zur Kenntnis genommen.
      Click vom 09.7. 2020
      Click vom 28.6. 2020

      Mein Name wird in deinen Artikeln häufiger als jeder andere Name erwähnt (achtmal), man könnte den Eindruck gewinnen, dass es nicht um die Grünen, sondern in Wirklichkeit um mich und den Verhinderungsversuch (m)eines kommentierenden Wiedereinstiegs in die Plettenberger Politik gegangen sei.

      Meine bescheidene lokalpolitische Prominenz, die ich mir durch meine Artikel hier auf Zukunft Plettenberg und meine Leserbriefe beim Stadtgespräch als crtical citizen (nach Auffassung des Plettenberger Rates als ‘public enemy Nr. 1 oder 2‘) erschrieben habe, ehrt mich zwar, aber der Ductus deiner Berichterstattung ist in einem unterschwellig genüsslichen Tenor abwertend und negativ. Und dies geschieht im Gewand scheinbar objektiver Berichterstattung, das ist besonders perfide.
      In diesem Zusammenhang wurde von Guten Tach der Tatbestand der Mikroaggressionen auf einen unbescholtenen Bürger Plettenbergs übertragen.

      Anlässlich der oben indizierten Artikel erscheint mir GT nicht mehr ausgesprochen ehrlich zu sein, sondern bemüht zu sein, den Platz 2 der lokalen Mainstreammedien einnehmen zu wollen. Nur, was soll dann der Unterschied zu einer zweiten ‘Come on, ST‘ Gleichschrittpresse sein?

      In Relation zur Häufigkeit meiner Namensnennung und insbesondere in Relation zur perfiden Abwertung kann ich mich nicht erinnern, dass irgendeines der lokalen Medien und auch ‘Guten Tach‘ dazu mit mir in irgendeiner Art und Weise Kontakt aufgenommen haben, um auch meinen Sichtweisen eine Stimme zu geben.

      Meine Sicht auf die Ereignisse wurde nicht nur nicht weiter nachgefragt, sondern es wurde scheinbar nur etwas vom Hörensagen über mich kolportiert. Die tiefenstrukturellen Einbettungen in die Lokalpolitik wurden ebenfalls nicht nur nicht erhellt, sondern mit keinem einzigen Wort erwähnt, von beleuchtet ebenfalls ganz zu schweigen.
      Sind das die vorauseilenden Anpassungsprozesse an das, was man jetzt als ‘neue Normalität‘ bezeichnet?

      Bei Guten Tach und dir hat mich das deshalb besonders gewundert, weil wir uns nicht nur persönlich kennen, sondern ich (im Rahmen meiner bescheidenden Kräfte) versucht habe, mich für die Belange von ‘Guten Tach‘ und für dich einzusetzen, da ich einen qualifizierten Lokaljournalismus wichtig finde.

      Durch den vorzeitigen Tod von Horst Hassel ist Guten Tach eine besondere Stellung und Verantwortung bzgl. einer umfassenden, alternativen und nicht einseitigen und zumindest neutral zusammenfassenden, seriösen lokalen Berichterstattung zugewachsen.

      Bzgl. der Berichterstattung der Wahlkreisneubesetzung bei den Grünen sind Guten Tach und du dieser Verantwortung nicht annährend gerecht geworden.

      Du hättest dir doch sicherlich denken können, dass ich dazu interessante und tiefenstrukturell erhellende Perspektiven und politische Hintergrundinformationen und Analysen liefern kann. Meine Kontaktkoordinaten hast du auch, es wäre dir also ein Leichtes gewesen, mit mir Kontakt aufzunehmen, um meine alternativen Sichtweisen in Erfahrung zu bringen.

      Das ist nicht geschehen. Was soll ich daraus schließen? Ich schließe daraus, dass das nicht gewollt und nicht gewünscht war, da Hintergrundinformationen (gerade in Wahlkampfzeiten) nicht interessant sind, oder zu viel Staub aufwirbeln und man es sich dadurch vielleicht mit anderen (politischen) Mitspielern und Geldgebern verderben könnte und deshalb lieber gar nicht erst nachfragt?

      Wie gedenkst du nun in dieser Angelegenheit weiter zu verfahren? Bekomme ich Raum für meine Perspektiven und eine Gegendarstellung oder nicht?

      Mit besten Grüßen

      Peter-W.

      Antwort von Hrn. Schlüter am 28.6. 2020
      Herrn Schlütter's kurze, knappe Antwort dazu war, dass er die Beschwerde für überzogen halte. Schlüter stellt sich damit selber einen Persilschein als Unschuldslamm aus. Damit reitet er eine der Maschen, die Albrecht Müller von den linken Nachdenkseiten in seinem Buch: ‘Glaube, wenig, hinterfrage alles, denke selbst: Wie man Manipulationen durchschaut‘ analysiert hat.
      Zudem verweist Schlütter auf den Weg der Leserbriefe. Es versteht sich dann auch fast von selbst, als der Leserbrief dann bei Hr. Schlütter vorlag, Schlüter die Veröffentlichung - ohne Begründung - abgelehnt ab. Was muss noch noch mehr darüber wissen für und gegen wen Schlütter schreibt?