Wie es bald auf der Hohen Molmert aussehen könnte: Photoreportage

      Wie es bald auf der Hohen Molmert aussehen könnte: Photoreportage

      Die Vogesen werden von manchen Zeitgenossen als das nord-ost-französische Sauerland bezeichnet. Dafür sprechen einige Ähnlichkeiten bzgl. der Landschaftsformation, der Industriegeschichte und der Bevölkerungsstruktur. Wie dem auch sei. Aber es gab bisher auch einen entscheidenden Unterschied, die Verspargelung der Landschaft durch Windkraft wurde den Vogesen bisher erspart.
      Nun geht es bzgl. der Verspargelung der Landschaft aber auch in den Vogesen zügig zur Sache. Auf der Departmentgrenze zwischen den Departements Vosges und Bas-Rhine Nahe beim Col des Braquès nicht weit von den Ortschaft Saales und La Grand Fosse entfernt wurde seit dem Dezember 2016 mitten im Wald auf ca. 790 Meter Höhe eine Großbaustelle für einen Windpark mit 140 Meter hohen Windkrafträdern eingerichtet.

      Dieses ehemalige Waldparadies ähnelt in seiner Lage und Beschaffenheit der hohen Molmert und ist zusätzlich noch mit prähistorische Artefakten aus der Keltenzeit gespickt. Aber das spielt für die Betreiberkonzerne alles keine Rolle mehr. Dieses Höhenplateau hatte sich für Windkraft u.a. dadurch ausgezeichnet, dass hier am 26. Dezember 1999 der Orkan Lothar besonders zugeschlagen hatte.
      2004 wurde deshalb auf diesem Höhenplateau von der kanadischen Künstlerin ein D'Ilana Isehayek eine Windbreaker Skulptur errichtet. Natürlich war diese Gedenkskulptur an den Orkan Lothar und seine Folgen nur eine Ablenkungsstrategie, der verantwortlichen Politstrategen und der Lobbyisten der Stromkonzerne, denn da war dies zukünftige Aus- bzw. Hinrichtung dieses Höhenplateaus als zukünftiger Windkraftstandort längst eine ausgemachte Sache.

      Über die empirisch nachgewiesene Heilkraft des Waldes liegen mtlw. vielfältige empirische Befunde vor. Bspw. haben die von den Wäldern ausgeströmten Terpene eine zentral Bedeutung zur körperinternen Erhöhung der Killerzellen bei der Krebsabwehr. Die Bestseller „Der Biophilia-Effekt: Heilung aus dem Wald“ von Clemens Arvay (2015) und „Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt“ von Peter Wohlleben (2015) berichten über die neuen Forschungsergebnisse der bspw. in Japan und Korea längst etablierten Waldmedizin.

      Vom Schutz dieser Waldökologie ist auf der Windkraftbaustelle auf dem Col de Braques nichts mehr geblieben, 15 Meter breite Fahrstraßen führen zu der Großbaustelle von einer Millionen Qm mitten im ehemaligen Wald. Hier ist eine umzäunte und streng von der Öffentlichkeit abgeschirmte Megabaustelle mit einem Riesenfuhrpark aus Monstermaschinen entstanden. Die auf dem Kohlberg entstandenen Planierungen nehmen sich vergleichsweise harmlos aus.

      Diese Referenzbaustelle ist prototypisch für die unvermeidliche und rücksichtlose unwiederbringliche Zerstörung von waldmedizinisch relevanten Ökosystemen und ein illustres Beispiel dafür wie es auch bald auf der hohen Molmert aussehen könnte.

      Wer den Ablenkungen und Abwiegelungen des Plettenberger Kompetenzrates Glauben schenken will, dass bzgl. der Hohen Molmert längst noch nichts entschieden sei und dass man zwischen Ökologie und erneuerbarer Energie hin- und hergerissen sei, der tue das und er wird nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 erleben, wie es 2018 auf der Hohen Molmert aussehen wird. Die hier geposteten Bilder von der Windkraftbaustelle auf dem Col des Braquès geben davon eine schlagende Illustration.
      Allerdings werden hier im Unterschied zur Hohen Molmert und Plettenberg die Mindestabstände zum Schutz der umliegenden Ortschaften vor Infraschall und Schlagschatten eingehalten. Das wird in Plettenberg eben auch nicht der Fall sein.

      Wer irgendeinem der (Plettenberger) Politiker noch einen letzten Funken von Glauben schenken möchte, sollte dann in logischer Konsequenz auch glauben, dass für eine Lösung der politischen Probleme der Weihnachtsmann, das Christkind oder der Osterhase verantwortlich seien. So blöde würde natürlich niemand sein wollen.

      Man kann der Plettenberger- Gegenwind Initiative nur einen sehr langen Atem wünschen.
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      So sah es im Dezember 2015 auf der Hohen Molmert aus
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