Ton in Ton: Plettenberg war schon immer rot und soll nun noch röther werden oder am Maiplatz doch nicht mehr alles in Sack und Asche?

      Ton in Ton: Plettenberg war schon immer rot und soll nun noch röther werden oder am Maiplatz doch nicht mehr alles in Sack und Asche?

      Wem man was so alles nachsagt
      Zur Komplexitätsreduzierung von menschlichen Eigenschaften greift man gerne zu Stereotypien.
      Den Schweizern sagt man nach, dass sie so genau arbeiten würden wie die sprichwörtliche Schweizer Uhr und so zuverlässig wie das Schweizer Offiziersmesser und ihre Arbeit so werthaltig sei, wie die Schweizer Schokolade kalorienreich.
      Den Schwaben sagt man nach, sie seien, was Sparsamkeit anbetrifft, ebenso geizig wie die sprichwörtlichen Schotten, und sie würden viel arbeiten und wüssten wie man gute Geschäfte macht und leckere, aber leider giftige Dieselautos baut, wie man mittlerweile weiß.

      und wie es in Wirklichkeit verhält
      Zumindest was die Schweizer Uhren anbetrifft, weiß man seit vielen Jahren, dass es heutzutage Schweizer Uhren gibt, die diese Kriterien nicht mehr erfüllen, sondern mehr oder weniger geringwertige Plastikmassenwarenprodukte sind. M.a.W. bzgl. der Schweiz sind diese Analogien längst ins Rutschen geraten. Und dass auch in der Schweiz die Gletscher schneller und unwiderbringlicher schmelzen, als das bekannte „Ice in the Sunshine“ aus der Kinoreklame. Und dass in der Schweiz auch längst nicht mehr alles solide ist, was gülden glänzte, hat zuletzt der Schweizer Bekleider Charles Vögele bewiesen, indem er (s)eine Pleite hinlegte.
      Pleitegeier Vögele wurde den Plettenbergern noch 2015 von ihrem bekannten Kompetenzrat im Ratsschloss am Wieden als seriöser Bekleider für das Plettenberger My-Center angepriesen.
      (Sozuagen die Ankündigung der Einlösung des über dreißig Jahre alten Wahlversprechens der SPD einen hochwertigen Modehändler an den Maiplatz zu bringen. Wie wir alle in der dreißigjährigen Zwischenzeit gelernt haben, muss man der (Plettenberger) Politik, die auch nicht alles von heute auf morgen einlösen kann, die kleine Latenzzeit von dreißig Jahren zur Einlösung von Wahlversprechen schon mal zugestehen. Der ‘heilige St. Martin ist jetzt angetreten diese Einlösungsschlucht stark zu verkürzen. Wers glaubt wird auch scheinheilig gesprochen.)

      Meine Prognosen vom Dezember 2015
      Als ich im Dezember 2015 auf die bestehenden Bilanzschwierigkeiten von Vögele hingewiesen und Vögeles Pleite noch vor der Eröffnung des My-Centers pronostiziert hatte, wurde von Michael Schrader, dem hochbegabten Sohn des Plettenberger Oberspdisten Hrn. Klaus Schrader (vermutlich im Auftrag seines Vaters) der Turnaround bei Vögele angekündigt, und ich wurde ‘angepisst‘, dass ich keine Ahnung vom Bilanzenlesen haben würde. Daraufhin hatte ich den jungen Herrn Schrader als ebenso hochbegabt wie seinen Vater geoutet.
      Leider hat sich nun herausgestellt, dass die Hochbegabung bei den Herren Schrader, zumindest was das Bilanzenlesen und die Einschätzung von Geschäftserfolgen betrifft, wohl doch nicht ganz so ausgebildet ist, wie ich es fälschlicherweise diagnostiziert hatte. Denn Vögele ist, wie von mir prognostiziert, vor Eröffnung des My-Centers mausetot und pleite. Also muss ich mich wohl bei den Herren Schrader für meine etwas leichtfertige Hochbegabungsverdachtsdiagnose entschuldigen, was ich hiermit an dieser Stelle von Herzen gerne und explizit tue. Also liebe Herren Schrader ich nehme meine Hochbegabungsverdachtsdiagnose offiziell zurück und entschuldige mich dafür bei Ihnen!

      Aber kommen wir zum Eigentlichen
      Wie sieht das nun mit dem neuen Streifen der Morgenröthe(r) am Maiplatz aus? Sind die Schwaben, geschäftstüchtiger als ihre kollegialen Branchepleitevögel aus ihrer allemannischen Nachbarprovinz mit den schmelzenden Gletschern. Guten Tach berichtete: Modepark Röther kauft Real-Gebäude.

      Erfolg und Strategie von Röther
      Nun hatte die Firma Modepark Röther anscheinend in den letzten Jahren heftigen Geschäftserfolg in der deutschen Provinz (hoffentlich sind Röthers Klamotten etwas flotter als diese altbackene Bezeichnung ‘Modepark‘ und Röthers Webseite mit dem Minus-Merkel-Chic-Klamotten) und konnte sich den Schnapper des Real-Gebäudes unter den Nagel reissen. Röthers Kriterien sind u.a. ein Einzugsgebiet von 100.000 Menschen im Umkreis von 30 km. Rechnen wir mal fix nach, denn so haben es die Röthers dieser Welt vermutlich mit Bezug auf die bekannten (und bereit vielfach diskutierten und als unseriös entlarvten) Gefälligkeitsgutachten des Kompetenzrates auch gemacht:
      Laut Wiki liegen folgende Einwohnerzahlen vor (und Wiki ist bekanntlich auch nicht immer auf dem Stand der Dinge, aber nehmen wir die Zahlen mal so, wie sie bei Wiki publiziert sind)
      Plettenberg 25.781
      Herscheid 7.217
      Attendorn 24.676
      Lennestadt 26.073
      Werdohl 18.002
      Das macht in der Summe 101.749 Einwohner, also ist dieses Röther-Kriterium erstmal erfüllt.

      Nun könnten wir noch
      Neuerade 12.024
      Meinerzhagen 20.670
      Olpe 24.757
      Altena 17.375
      dazurechnen, dann sind wir schon bald bei 180.000 also röther gehts gar nicht oder doch?

      Die neue Sauerländerwertabschöpfungsmathematik
      Also, liebe Röthers bei all eurer farblichen Ton in Ton Sympathie für den SPD-regierten Standort Plettenberg, so einfach ist die Sauerländerwertabschöpfungsmathematik nun auch nicht. Da reichen die kaufmännischen Grundrechenarten und den Dreisatz nicht aus, sondern es braucht erweiterte Kontextkenntnisse von Land- und Leuten.

      Denn, was die sonst so sparsamen und geschäftstüchtigen Schwaben vielleicht (noch) nicht wissen, ist, dass die Sauerländer ein kleines störrisches Bergvolk sind, das gerne mal besoffen ist und auch gerne mal vergisst, den Hosenstall zuzumachen, aber zur Vermeidung der sog. sauerländischen Mittelgebirgs- und Regendepression mgl. häufig aus der Schlafstadt Plettenberg nach außerhalb abhaut.
      {‘Unser‘ ehemaliger Bürgermeister war da ein prototypischer Vertreter (nicht was das Besoffensein anbetrifft und den Hosenstall anbetrifft, obwohl die die einen sagen so und die anderen so, aber wird viel dummes Zeug geredet) dieser Vier-Täler-Einkaufs-Nestflucht. Kaum war Wochenende oder Urlaub angesagt, da war das exterritoriale Wandern und Shoppen (entweder im Wohnwagen an der Bigge) oder in der Fremde des Müllers größte Lust.}

      Das kleine Einmaleins des realen Käuferverhaltens
      Also unterstellen wir mal, alle Plettenberger werden demnächst Röther-Fans und kaufen ihren Sack und lassen ihre Asche am Maiplatz, dann fehlen aber noch ein paar der unteren Zehntausend der Nachbargemeinden bis zu den angepeilten Hunderttausend. Die Attendorner bleiben eh in ihrer Einkaufstadt oder sind flugs in Köln. Herscheider, Werdohler sind ratz fatz in Lüdenscheid oder Iserlohn und die Lennestädter fahren nach Elspe zu Mode Fischer oder nach Attendorn. Meinerzhagen fährt nach Gummersbach bzw. gleich nach Köln. Olperaner fahren nach Köln oder Siegen und Altenaer nach Iserlohn und von Valbert fährt man sowieso nach Attendorn. Da wird es am Maiplatz nach der Anfangseuphorie schon ziemlich dunkelroth bis finster.

      (Was der Vertreter der vorherigen Eigentümer des Real-Gebäudes Hr. Küper, der schon viele Jahre Plettenberger Kompetenzratvorsprungserfahrungen mehr hatte (als die Rothen) über die Plettenberger Politik in intimem Kreise verlauten lies, erspare ich den Lesern zur Schonung ihrer Nerven.)

      Des Plettenbergers neue Kleider?
      Das bisher erfolgreiche Provinz-Konzept der Röthers wird in Plettenberg nicht wie beabsichtigt funktionieren. Aber bis das die Röthers dank ihres Kassenstandes gespannt haben, sind drei, vier Jahre ins Land gegangen. Dann sind die bisherigen Modeversorger (außer den Discountern) wie Otto's, Maiworm's, Hamme, Bonita usw., die (so ‘blöd‘ waren) Plettenberg die Treue zu halten und auf Plettenberg gesetzt haben, von den Roten und den noch Rötheren platt gemacht worden. Wenn dann nach dieser Zeitspanne die Röthers vom mauen, abendlichen Kassenstand mglw. ganz blass geworden sind und sich wieder aus dem Sauerland verzogen haben, können die Plettenberger dann nur noch bei KiK oder ausserhalb einkaufen oder müssen praktischerweise gleich nackt durch die Wälder streifen.
      Unterstellt man dann, dass Anders Märchen von des Kaisers neuen Kleidern wahr würde, dann würde die neue Nackheit der Plettenberger nichts ausmachen, denn alle die würdig wäre und noch nie gelogen hätten, würden in einer kollektiven Hypnose (oder Psychose) angezogene Plettenberger. Nur der Kompetenzrat würde die Nacktheit sehen müssen, denn die Kriterien von Würdigkeit und noch nie gelogen würden nicht zutreffen.
      Denn das ist die zentrale Krux der Plettenberger Politik, dass alte Politik- und Stadtentwicklungsfehler (und das ist das Realgebäude neben seiner Hässlichkeit immer gewesen) durch neue noch schlimmere Stadtentwicklungs auszubügeln versucht werden. Das bedeutet, die Misere wird nicht kleiner, sondern immer größer und schlimmer.
      Meine Prognose: Nach der Anfangseuphorie geht das erstmal ein paar Jahre mit den Röthers gut, denn das Geld ist bekanntlich gerade superbillig. Die Real Tropfsteinhöhle war ja ein echtes schon mehrfachst abgeschriebenes Schnäppchen, das Doppelte für die Restaurierung der Undichtigkeiten, Restaurierung und Aufhübschung dazu, minus Abschreibungen macht drei bis vier Jahre Verweildauer bis zur Schließung in Plettenberg.

      Wie heißt der neue Plettenberger Komparativ? Schrader, Vögele, SPD, Rot und Röther, oder doch nur wieder nur der alte Plettenberger Komparativ Sad, Mad, Bad und Bled oder sogar Bös?

      Ps.: Und wer geht auf die vorgesehene Fläche für die schweizer Pleitevögeles im My-Center? Tritt Familie Schrader und der Kompetenzrat da (zum Ruhme von SPDCDUUWGFDP) die Nachfolge von Fritten-Schütz auf ca. 2.000 Quadratmeter an und vertickt da Sankt Martins Fritten mit rotem Schlamm und blassbleicher Schmiere?