Die SPD Filzokratie in der Lokalpolitik. Ein Insiderbericht

      Die SPD Filzokratie in der Lokalpolitik. Ein Insiderbericht

      Der ehemalige „Ayatollah von Alt-Essen“, der SPD Ex-Ratsfraktionsvorsitzende Willi Nowak mittlerweile mit Knasterfahrung wegen seines lokalpolitischen ‘Engagements‘ gesegnet (also sozusagen das parteipolitische Funktionsgegenstück der Plettenberger Herren Schrader und Beine) hat ein Insiderbuch geschrieben, wie es in der Essener-SPD-Lokalpolitik so zu geht (bzw gegangen ist).
      Nowacks parteipolitischer Beritt wurde auch als die Bananenrepublik „Nowakei“ bezeichnet. Die Nowakei war einer jener Landstriche, die erheblich zur parteipolitischen Zerrüttung des politischen Gemeinwesens und dem Sinken der Wahlbeteiligungen beigetragen haben. Die Nowakei war einer jener lokalen Failed States in denen das politische Bermudadreieck aus Pöstchenjägern, politischen Drecksäcken der Bürgerverarschung und Kommunalverwaltung als Selbstbedienungsladen der Funktionseliten geschaffen wurde. Das Buch hat den Titel „Nachgetreten - Ein Blick zurück in mildem Zorn

      Sollte irgendein naiver Bürgerdepp bisher noch an den Weihnachtsmann, den Osterhasen und die Deutsche Bank geglaubt haben, glaubt er im Anschluss an die Lektüre dieses Enthüllungsbuch mindestens an den Untergang des Abendlandes. Sollte irgendein armer Bürgertropf von einem der politischen Entscheidungs- und Funktionseliten jemals noch als „Verschwörungstheoretiker politischer Bandenkriminalität“ oder als Populist bezeichnet werden, dann weiß er, dass er nicht nur exakt das Richtige nicht glaubt, sondern sogar das Richtige weiß. Nowack liefert die missing-links zwischen Glauben und Wissen über Korruption. Es stellt sich nach dieser Lektüre nicht mehr die Frage, ob die „ekelhaften Widerlinge“ in den Reihen der Bürger oder in den Reihen der politischen Funktions- und Entscheidungseliten zu finden sind. Das ist spätestens nach der Lektüre entschieden.

      Kein Wunder, dass man heute mit diesem Wissen die Zerstörung der Essener Innenstadt als ein bewusstes politisch konstruiertes Machwerk der Essener Parteipolitik lesen muss. Gilt diese Lesart so auch für Plettenberg?
      Die auch hier im Forum empfohlenen Bücher zur Zerstörung der Essener Innenstadt durch Shopping Center „Angriff aus die City“ und „Die verschobene Mitte“ von Brune Pump-Uhlmann und Junker über die kann man nach dieser Lektüre nur noch als Oberflächenbeschreibungen verstehen. Die Funktionsweise der politischen Tiefenstruktur solcher Filzokratiemethoden aus Korruptanien, die solche Ergebnisse nach sich zieht, liefert das Enthüllungsbuch von Nowak.
      Es ist kurzum ein Lehrbuch über das „Good Governance Arsenal“ als „moderne Regierungskunst“ aus der Macher- und Anwender-Perspektive. Und natürlich ist es auch aus Angst vor einer Klagewelle ein Eisberg-Buch, das max. 10 % enthüllt, der Rest bleibt unter der Wasseroberfläche, aber diese 10% haben es schon mehr als in sich.
      Das der Ex-Fraktionsvorsitzende mental zu schlich konfiguriert ist, als das er ein Buch schreiben könnte und dazu einen Ghostwriter brauchte, versteht sich von selbst. Daran lässt sich auch ablesen, dass das flechten von korrupten Netzwerken und die Exekution von Bosheit und Erpressung auch mit übersichtlichen mentalen Fähigkeit gut funktioniert. Ein Tatsache, die schon seit dem alten Rom keine wirklich neue Nachricht ist.

      Die interessante Frage, die sich natürlich anschließt ist, war die Nowakei ein Phänomen, dass auf Essen eingegrenzt war oder gibt es diese Strukturen auch anderswo und gelten sie parteiübergreifend von Essen über Plettenberg, Berlin und Anakara bis Brüssel, Washington und Moskau? Klar ist, dass es diese Strukturen einer korrupten Vermischung von Politik und Gescheäftswelt auch in anderen Städten gegeben hat, ich erinnere bspw. an Köln, Norbert Rüther und die Müllverbrennungsanlagen.
      Das sind natürlich auch ursächliche politisch-atmosphärischen Hintergrundstrahlungen, die jahrelang im Bewusstseinsuntergrund der Angriff auf Fr. Reker geschwelt haben. (Damit kein Mißverständnis entsteht, der Angriff auf Reker war eine schwere Straftat, Bewusstseinsuntergrund hin oder her.)

      In Plettenberg läuft Politik natürlich ganz anders und korrekt ab, da wird niemand ernsthaft und dann auch noch öffentlich behaupten wollen, dass die parteipolitischen Pendants zum verurteilten Nowack von ähnlich kriminellen Kaliber sind und dass Plettenberg eigentlich eine „ausgebeinte Schraderei“ oder als Wortspiel „ausgebrannte Schweinerei“ sei.
      Und noch ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Bisher soll die Staatsanwaltschaft in Plettenberg nur ermitteln. Anklage wurde bisher nicht erhoben und verurteilt ist auch noch niemand. Also alles noch im völlig Grünen Bereich!
      Und ganz abgesehen von alledem kann Jürgen Beine im Unterschied zu Willi Nowack bewiesenermaßen auch noch Bücher schreiben.

      Den Reiseführer durch die Nowakei gibt es bei
      itsonlyrocknroll.de

      So kommen die Rolling Stones auch noch zu Ehren. Die sollen früher bekanntlich der Untergang des Abendlandes gewesen sein. Aus heutiger Sicht war das ganz brave Jungens, die nur ein bischen Sex 'n' Drugs and Rock 'n' Roll gespielt haben und sonst ihr Moos auf relativ ehrliche Art und Weise verdient haben. (Soweit man es weiß).

      Ps.: Die Essener „Phänomene“ als Tiefenstruktur des Politischen sind natürlich nicht nur auf die Lokalpolitik beschränkt, sondern man kann sie mühelos in der Landes- und Bundespolitik wiederfinden. Der Film „Der Hannover-Komplex“ illustriert das mehr als hinreichend.
      Die Mühelosigkeit und Leichtigkeit mit der die Polit- und Journalistenprominenz in diesem Film über diese Tiefenstrukturen des Politischen plaudern, und damit dessen allanwesende Alltäglichkeit belegen, geben das eindrücklichste Zeugnis über diese Tiefenstruktur des Politischen ab. Dadurch wird die „Normalität“ belegt mit der die Funktions- und Entscheidungseliten meinen sich bedienen und eindecken zu dürfen.