Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt,

      Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt,

      ist eine bitterböse Politsatire von 1997 über politische Geld- und Machtspielereien und die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Spin-Doctoren (unsichtbare Strippenzieher).

      Nun ist Neu-Bürgermeister Schulte um seine zwei Jobs wahrlich nicht zu beneiden. Hier ein Ausschnitt seiner Negativ- Baustellenliste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

      • Das Vielfachdebakel um My- und Mai-Center
      • Der Giftmüllskandal und Sanierungskosten des Mylaeus/Schulte Gelände
      • Die Kosten des Innenstadtsanierungspreisausschreibens
      • Das Haus zur Sonne und das Public Viewing Debakel
      • Abriss der geschützten Bausubstanz an der Bahnhofstraße
      • Der Flüchtlingsfabrikkomplex in Ohle (fast mehr Flüchtlinge als Einwohner)
      • Neuer Flüchtlingsbau auf dem Freibadgelände (vorerst abgesagt)
      • Windkraftpark auf der Hohen Molmert
      • Versemmelte Projekte der letzten Jahre (Schmiedemuseum, H.z.S., Fbbb. u.v.a.m.)
      • Das Theater um die hirnbefreite Kampfhundesteuer
      • Der Stadtsäckel ist völlig auf den Hund gekommen
      • Und der Stadtrat führt sich auf, wie eine bei überstresste Affenhorde, die in Rangkämpfe verwickelt ist
      • Und nun auch noch die 1000 Kündigungen von Dura
      • u.v.a.m.

      Und die Bürger stehen nur noch Kopf, das Stadtgespräch muss den Server ausbauen, damit die Flut der zornigen Leserbriefe überhaupt noch publiziert werden kann. Die Petitionen gegen das Tun der Plettenberger Politzirkus stapeln sich in D’dorf. Wenn 70ies SPD-Ikone BM Dr. H. Baberg das noch persönlich miterleben müsste, würde er auf der Stelle ohnmächtig vom Stuhl ins Koma kippen.

      Hr. Schulte rechtfertigt nun endlich den bisher intransparenten Ablauf zum Abriss an der Bahnhofstraße und will aktionistisch die kritischen Bürger zusammen mit dem der Bahnhofstraße und will aktionistisch die kritischen Bürger zusammen mit dem Investor an einen Tisch bringen. Aber was soll der Zweck des Gesprächs sein? Was soll dabei herauskommen? Was haben BM Schulte und der Investor den Bürgern anzubieten? Oder sollen die kritischen Bürger nur als demokratisches Partizipations- Feigenblatt vorgeführt werden?
      Ist BM Schulte die vielfältige Dauerdebakelkrise seiner zwei Jobs schon jetzt so über den Kopf gewachsen, dass er sich mit solchen Ideen in der Öffentlichkeit produzieren muss?
      Oder kam diese Idee nur wieder von (s)einem Spin-Doctor?
      Seine Initiative kommt viel zu spät, sie verkennt völlig die Entwicklung der letzten Jahre und verpeilt damit völlig die Lage, denn nicht nur die Deutungshoheit des Geschehens, sondern die Glaubwürdigkeit ist futsch. Das muss zuerst durch andere Politik geheilt werden.
      Deshalb sei folgendes angemerkt: Die critical citizens haben vielfach, aber immer wieder vergeblich, – unter dem diffamierenden und triumphierenden Gejohle der Printpresse – Vorschläge gemacht und das Gespräch mit der Stadt gesucht.
      Diese harschen abwertenden Zurückweisungen werden nicht mit einer öffentlichen Einladung getilgt. Was glaubt Hr. Schulte? Und was hat er überhaupt noch anzubieten außer warmen Worten und schlechten Entscheidungen?

      Aber Hilfe für Hrn. Schulte naht, denn die SPD erklärt nun Mensch und Tier, wie sie bei Dura auf den Putz hauen wird und wie sie mit Politmätzchen aus der Zeit des seligen Dr. Baberg (genannt Dr. Du) die Arbeitsplätze bei Dura retten will.
      Meine Prognose, die SPD wird keinen einzigen Arbeitsplatz bei Dura retten. Sollte überhaupt irgendein Verantwortlicher von Dura erscheinen, dann wäre das schon ein Riesenerfolg, der aber am Ergebnis auch nichts ändern wird. Die SPD ist seit Jahren im gerontokratischen Vollkoma. Komazustände zeichnen sich dadurch aus, dass dem ‘Komainhaber‘ die Ankopplung an die Außenwelt abhanden gekommen ist, Bewusstseinsverlust und Außenweltabkopplung sind Leitsymptome dieses bedauerlichen Zustands. Das zweite Leitsymptom ist, dass der ‘Komainhaber‘ sich seines Bewusstseinsverlusts und Außenweltabkopplung nicht (mehr) bewusst ist. In Plettenberg heißt das: Der kriegt gar nichts mehr mit.
      Praktisches Beispiel gefällig? Wer hat die HBS Chefin Fr. Hasenfratz keines Blickes gewürdigt, sondern sich im Rathaus verschanzt? Die Antwort fängt mit dem Buchstaben „S“ an.
      Wenn nun auf Bundesebene der SPD-Schlaumeier Stegner vor der Schließung der Grenzen wegen der Flüchtlingskrise warnt, hat das mit Rettung der Reisefreiheit oder des Euro wenig zu tun, sondern mit der schlichten Angst vor einem Zusammenbruch der europäischen Warenwirtschaft als Just-in-time-System. Stapeln sich die LKWs kilometerlang an den Grenzen, stehen in Wolfsburg nach drei Tagen die Bänder still, und es gibt keine frischen Zitrusfrüchte mehr auf den Tisch. Und genau diese Entwicklung bricht jetzt Dura das Genick. Eine vergleichbare Firma,
      die bspw. in Meinerzhagen, Schalksmühle, Lüdenscheid, Gummersbach, also autobahnnah gelegen ist, spart bei jeder An- und Ablieferung im Vergleich zu Dura mind. einen halben Tag (Staus noch nicht in Rechnung gestellt). Dieser zusätzlichen Zeit-Kosten müssen auf die Lohnstückkosten aufgeschlagen werden. Folge, Dura ist allein auf Grund dieser Standortnachteile nicht mehr konkurrenzfähig.
      Das hätte die SPD schon seit Jahren wissen müssen und dazu mit Dura Gespräche führen und Hilfen anbieten können. Nun kann eine lokale Partei zwar nicht alle Entwicklungen der übergeordneten Trends abwehren und ausgleichen, aber welche Bundespartei mit Regierungsverantwortung öffnet den Vielfachkrisen des Kapitalismus in Berlin seit Jahren Tür und Tor? Wer versucht, den Bürgern gegen ihren Willen Freihandelsabkommen, Fracking u.v.a.m. anzudrehen? Wer verbirgt diese Verträge vor den Bürgern, die doch angeblich den Bürgern nutzen sollen?

      Aber, die Plettenberger Politik hat sich durch ihre jahrzehntelangen Fehlpeilungen ohne Not zu Geiseln überregionaler Investoren gemacht und diese Risiken ungefiltert auf die Bürger abgewälzt, so dass die Bürger nun die (Un-)Taten dieser Investoren ausbaden dürfen. Jetzt kollabiert Stück für Stück das gesamte Plettenberger-Politgebäude.

      Es ist zwar gut und schön, dass die SPD nun bei Dura mit anderen wenigstens auf den Putz hauen und BM Schulte die kritischen Bürger gleich mit dem Investor an den Tisch laden will. Nur ist das alles so realistisch und wirkungsmächtig, als ob der Schwanz mit dem Hund wedeln wollte. So wird auch das wieder nichts.

      Peter-W. Gester

      Abkürzungen
      Sm = Schmiedemuseum, Schmelzhütte
      Fbbb = Fischbaubogenbrücke
      H.z.S. = Haus zur Sonne
      S, S, S, M, R, H, I, u.v.a. m. = Schrader, Schulte, Salscheider, Müller, Reinhold, Hillert, Ising (jeweils mit einem Herr oder Frau zu hinterlegen)
      HBS = Seissenschmidt AG, heute Linamar

      Dieser Leserbrief ist erstmalig am 26./27. Januar 2016 im Stadtgespräch von Horst Hassel erschienen.
      Leider wurde ich erst Anfang Juni auf das folgende politische ‘Ejakulat‘ aufmerksam gemacht, das ich bisher nicht kannte, da natürlich kein Mensch freiwillig und ohne Not die Verlautbarungen der SPD in Plettenberg lesen will. Grundsätzlich begrüsse ich solcherlei Stellungnahmen und veröffentliche das hier, denn ein solcher politischer Offenbarungseid kann nur ein Teamwork der Partei sein, da selbst die größte Einfältigkeitsbegabung eines einzelnen Plettenberg SPD Mitgliedes dafür nicht hinreichen würde, vermute ich mal.

      Die folgende politisch etwas abenteuerliche „Kritische Stellungnahme“ des SPD- Ortsvereinsvorsitzenden Jürgen Beine zu meinem Leserbrief "Wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt", erschien Anfang Februar 2016 auf der Homepage der SPD Plettenberg (da wurde sie mittlerweile leider wieder entfernt, wahrscheinlich letzte Notsignale von politischem Restverstand). Jetzt findet man diese Stellungnahme auf der Jubelseite der SPD Plettenberg bei Facebook. Wer an der politischen Zurechnungsfähigkeit und der vollen Kritikunfähigkeit der Plettenberger SPD bisher noch leise Zweifel hatte, wird durch dieses Beispiel eines Besseren belehrt. Man kann bei der SPD Plettenberg nur noch von einem chronifizierten Zustand politischer Umnachtung sprechen.
      Die Manuale zur diagnostischen Klassifikation von Krankheiten (wie bspw. das DSM-5 oder der ICD Schlüssel der WHO) ‘kennen‘ (als amerikanische Elaborate) bisher keine politökonomischen Diagnosebilder, wie „Politische Umnachtung“, „Politisches Abenteurertum“ (Carl Schmitt) oder „Willentliche und wissentliche Erzeugung von Schaden des (Wahl-)Volkes“. Ich werde mich bei den Autoren dieser Manuale dafür stark machen solche diagnostischen Kategorien in die Manuale aufzunehmen und die Politik der SPD (in Plettenberg) als Referenzbeispiele einzufügen.
      Interessant in diesem Zusammenhang ist noch, das Neu-Bürgermeister Schulte, der ja angeblich mit der SPD nix zu tun hat, die Stellungnahme von Hrn. Beine geliked hat.
      „Jesus meine Zuversicht“ diese Partei hatte einst im Namen von Willy Brandt (Walter Scheel) den Wahlslogan: „Mehr Demokratie wagen“ auf ihre Fahnen geschrieben und nun nur noch selbstzerstörende Gossenpolitik als Handlanger der Kapitalinteressen. Es ist zum Mäusemeleken, aber eben leider alles wahr.
      Dieses Beispiel des politischen Verfalls und der geistig-moralischen Zerrüttung der SPD Plettenberg werde ich dieser Tage ausführlich politisch kommentieren.

      Die Stellungnahme von Hrn. Beine seines Zeichens SPD- Ortsvereinsvorsitzender:
      Peter W. Gester bolzt in seinem Leserbrief auf die Verwaltung und den Rat der Stadt. Besondere „Wertschätzung“ erfährt die SPD, er scheint sie geradezu argumentativ in den Orkus verbannen zu wollen. Er will mit seinem Gerede die politische Auseinandersetzung vor Ort demolieren, das Ringen um die politische Zukunft der Stadt und die besseren Strategien und Argumente abschlachten.
      Das, was er Rat und Verwaltung vorwirft, nämlich unsinnige und schlechte Entscheidungen getroffen zu haben, ist unverschämt und inakzeptabel. Peter W. Gester ist ein vor Selbstbewusstsein und sprachlichem Getöse strotzender Widerling, der einer konstruktiven und pragmatischen Auseinandersetzung und Debatte seine Zustimmung versagt. Eine konstruktive Debatte, so jedenfalls mein Eindruck, ist von ihm nicht gewollt.
      Worum geht es also? Könnten sich Rat und Verwaltung und die radikale Minderheit, für die Peter W. Gester wie ein außerparlamentarischer Augur vorgibt zu sprechen, sich nicht praktischerweise aus dem Weg gehen und Zeit und Nerven sparen?
      Leider nicht!
      Demokratische Kultur ist eine Debattenkultur. Und diese will Peter W. Gester durch seine provokante Art und Weise am liebsten beherrschen. Und genau dieses können die Demokraten nicht zulassen. Sie müssen das Feld der Argumente belegen und strategisch absichern. Peter W. Gester möchte seine sprachliche Macht ausspielen. Er will demonstrieren, wie gut er ist. So weit, so gut. Wie er das macht, das ist für mich nur ekelhaft. Wenn Rat und Verwaltung mit der lokalen Wirtschaft verhandeln, dann sitzen (in seinen Augen) die verächtlichen Speerspitzen des Kapitalismus mit den verruchten parlamentarischen Attrappen zusammen.
      So einfach ist es aber nicht. Verwaltung und Rat streiten und tauschen ihre Vorstellungen darüber aus, wie die
      Zukunft zu gestalten ist. Und das, was für das Myläusgelände geplant ist, einschließlich der neuen Klinik des Landschaftsverbandes, das ist ein wichtiger Schritt in Plettenbergs Zukunft. Noch ein Wort zur
      geplanten Klinik. Es ist der Landschaftsverband, der den Standort im Zentrum der Stadt favorisiert und einen Neubau für das zweckmäßigere Konzept hält. Ich bin davon überzeugt, dass das Konzept aus medizinischer sowie architektonischer/ bautechnischer Sicht abgewogen ist und eine sinnvolle Abrundung der neuen Nutzung des Myläusgeländes darstellt. Die Investitionen sichern die Standortqualität vor Ort, sie bewirken, dass Plettenberg zukunftsfähig bleibt. Aber diese inhaltlichen Debatten sind meines Erachtens nicht von so herausragendem Interesse für Herrn Peter W. Gester.
      Es wäre gut, wenn die von mir geachteten „watchdogs“ die Kultur vor Ort nach wie vor bereichern. Aus ihrer Sicht
      geht es darum, öffentliche Macht zu beschränken und zu kontrollieren, immer wieder durch Kritik die Defizite von Macht aufzuzeigen. Das ist wichtig und gut. Das hilft der Auseinandersetzung vor Ort konstruktiv weiter. Ich werde dafür eintreten, dass Plettenberg eine Kultur mit funktionierenden „watchdogs“ behält. Das ist richtig und dafür lohnt es sich auch zu kämpfen.

      Jürgen Beine, Vorsitzender SPD Plettenberg, 2.2.2016

      Dieser etwas abenteuerliche Kommentar wurde von folgenden der einschlägigen ortsbekannten SPD Claqueuren geliked
      Mustafa Yaman
      Rolf Dömmecke
      Matthias Hentschel
      Ulrich Schulte
      Wolfgang Schrader
      Christiane Wilk
      Dörte Kaul
      Silke Kühne