Materialien und Litertur zur Kritik des Neoliberalismus, Postdemokratie und Governance Bestrebungen im Rahmen der Weltrisikogesellschaft

      Materialien und Litertur zur Kritik des Neoliberalismus, Postdemokratie und Governance Bestrebungen im Rahmen der Weltrisikogesellschaft

      In den letzten zwei Jahre habe ich ein transdisziplinäres Forschungsprojekt durchgeführt, das sich mit der Einschätzung der derzeitigen und zukünftigen Entwicklungen befasst. Der Auslöser dieses umfassenden Forschungsprojektes hatte mind. zwei Anlässe:

      Erster Anlass
      Naheliegender Weise wollte ich theoretische verstehen, warum sich der Kampf um das My-Center in Plettenberg so entwickelt hat wie er sich entwickelt hat und warum dabei die Plettenberger Politik und die Plettenberger Print Presse so vorgeht, wie sie vorgehen. Im Rahmen dieser umfassenden Recherchen bin ich auf die Kritik des Neoliberalismus, Postdemokratie und Governance Bestrebungen im Rahmen der Weltrisikogesellschaft gestossen. Die dbzgl. Konzepte waren für mich sehr erhellend.

      Zweiter Anlass
      Bei meinen Mandanten, die mich wegen vielfältiger Fragen im Rahmen biograhiescher neu- oder Andersorientierung aufgesuchten haben und in Rahmen der dbzgl. professionellen Weiterbildung zeigte sich, dass die Anstiegsraten von Burnout und/oder reaktiven Depressionen eine exponentielle Zunahme erfahren hatten. Weiter zeigte sich das viele Mandanten nicht mehr die Kraft und Energie aufbringen konnten diese Biographieumstellungen ohne eine neuroenhancende Medikamentierung m.a.W. ohne die Einnahme von Anti-Depressiva vorzunehmen.

      Insbesondere aus den Erforschungen der zweiten Anlässen ergaben allgemeine Schlußfolgerungen, die in holzschnittartiger Kürze wie folgt zusammenfassenlassen:

      Allgemeine Entwicklungen im Rahmen des Zeitgeistes
      In den letzten zwanzig Jahren hat das alltägliche Leben (und damit auch Therapie, Coaching, Beratung und Biographien als Reflexionsverfahren des alltäglichen Lbens) eine radikale Wendung von der Selbsterfahrung zur Selbstkonstruktion genommen. Damit wurde eine Richtung von der naturbelassenen Entwicklung und Erfahrung zur beeinflussbaren Verdichtung, Optimierung von Leistung und Kompetenz, als auch von
      (Selbst-)Konstruktion, Biographiekonstruktion bzw. heute zum Biographiedesign eingeschlagen.
      Als ein signifikanten Hinweis können die exponentiell hochschnellenden kosmetischen Eingriffe zur Körperoptimierung genommen werden bis zur weiteren Entwicklung der Cyborgs in den kommenden Jahrzehnten.
      Ein weiteres Indiz stellt das zunehmende Neuro-Enhancement (Gehirndoping) dar. Diese Tendenzen werden durch die Daten des WIDO (wissenschaftliches Institut der Ortkrankenkassen) im jährlichen Arzneiverordnungsreport 2013 u. 2014 und im Fehlzeitenreport sowohl empirisch beschrieben, als auch äussert besorgt kritisiert. M.a.W. diese grösste dbzgl. Datenzusammenstellung zumindest im deutschen Sprachraum beschreiben völlig unzweideutig zwei Tendenzen:

      A.
      Eine exponentialen Anstieg der Einahme von Psychopharmaka in zwei Wellen nach 2000 und 2008 (erste u. zweite Wirtschaftskrise des neuen Jahrtausends) und

      B.
      Einen überdeutlichen Anstieg von Krankschreibungen auf Grund von psychischen Erschöpfungszuständen.

      Beide Anstiege lassen sich ebenfalls unzweideutig auf zunehmende Stressbelastungen durch Arbeitsverdichtung bei nachlassender Arbeitsplatzsicherung und Lebensweltbedrohung zurückführen.

      Dementsprechend änderten od. erweitern sich gerade in den Bereichen, Therapie, Coaching und Beratung die Anfragen, Ziele und Wünsche der Patienten, Klienten oder Mandanten.
      Am Anfang des neuen Jahrtausends gab fast ausnahmslos die Beratungsziele und -wünsche wie mehr Geld, höhere Leistungsbereitschaft, schnellere Zielerreichung weiterer Ausbau der Kompetenzen, Ziele und Aufgaben. Davon ist seit 2008 bis auf wenige Ausnahmen nichts mehr übrig geblieben.
      Die aktuellen Ziele sind Verminderung des Tempos, Verringerung der Arbeitsverdichtung u. -belastung, Entlastung von chronischer Überlastung und auf Grund dessen von chronischer Erschöpfung.
      Von dem ehemaligen „Ich will und kann mehr, schneller weiter“ ist ein „Ich kann und will nicht mehr und auch nicht weiter. Ich brauche Ruhe-, Schon-, Schutz- und Erholungsräume“.


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