Brief an den Redakteur Hrn. Sebastian Schulz zu den Methoden des Süderländer Tageblattes

      Brief an den Redakteur Hrn. Sebastian Schulz zu den Methoden des Süderländer Tageblattes

      Zum Vorfeld meines Schreibens an Herr Schulz vom Süderländer Tageblatt
      anlässlich seiner Antwort an die Ratsfrau Bärbel Keiderling
      bzgl. meiner Anfrage „Ratsabstimmung zum Schmiedemuseum

      Am 8. 11. 2014 hatte ich bzgl. der Gültigkeit der Abstimmung des Schmiedemuseums eine Anfrage an die Ratsvertreter Frau Keiderling und Herrn Küppers gerichtet mit der Bitte um Nachfrage an den Rat bzw. die Stadt, da möglw. zwei Stimmen nicht mitgezählt worden sein könnten. Frau Keiderling war so freundlich sich meiner Anfrage anzunehmen.

      Frau Keiderling erhielt postwendend eine Antwort von Herrn Vöpel bei der Stadt der meine Nachfrage bzgl. der Abstimmung aufklärte. Ebensfalls erhielt Frau Keiderling eine Nachfrage von Hrn. Sebastian Schulz vom Süderländer Tageblatt. Hr. Schulz lobte mich zunächst gegenüber Fr. Keiderling für meine korrekte „Rechnerei“ und wies dann auf die Berichterstattung des ST zur Abstimmung hin. Im Anschluß legte Hr. Schulz dann unter dem Titel „Hinweis in eigener Sache“ richtig los:

      Zunächst klärte er Fr. Keiderling oberlehrerhaft über meine angeblichen Interessen auf: „Wir alle wissen, welche Interessen Herr Gester verfolgt (Stichwort Rebellienz).“
      Dann schalt er Fr. Keiderling dafür, dass sie sich von mir vor „meinen Karren spannen“ gelassen habe und drohte ihr damit, dass für die Anfrage nun nicht ich, sondern Fr. Keiderling sowohl vom Süderländer Tageblatt und als auch vom Bürgermeister „abgewatscht“ werden würde.
      Zum Abschluß seiner Mail wiederholt Hr. Schluz mit dem Hinweis, dass ich mir ins „Fäustchen lachen würde“ die dekontextualisierten Falschzitate und Denunziationen seines Chefs Stefan Aschauer-Hundt gegenüber dem Presserat (dazu demnächst gesondert mehr):
      „Dazu passt, was Herr Gester über sich selbst geschrieben hat. Er sieht sich als "Guerillero, der in der Volksmasse schwimmen soll wie ein Fisch im Wasser, der von der Peripherie des Landes mit der Einkreisung der Städte seine verunsichernde Technik der Nadelstiche anwendet“.

      Ich fand das Schreiben von Herrn Schulz an Frau Keiderling für die (höflich ausgedrückt „schrägen“) Methoden des Süderländer Tageblattes doch bezeichnend und habe dann Herrn Schulz geantwortet in der feudigen Erwartung eine Antwort von ihm zu bekommen.
      Schaun mer mal, ob überhaupt und wenn ja was er (und sein Chef) als Antwort zustande bringen werden.

      Brief an den Redakteur Sebastian Schulz zu den Methoden des Süderländer Tagesblattes

      Sehr geehrter Herr Schulz,

      Frau Keiderling war so freundlich und korrekt mir zeitnah die Antwort der Stadt und Ihre Hinweise auf die Berichte des ST über die Abstimmung zum Schmiedemuseum bzgl. meiner Anfrage und ihre Hinweise in eigener Sache weiterzuleiten.

      Zunächst vielen Dank für Ihre Komplimente bzgl. meiner „Rechen-“ und Handarbeitskünste (Nadelstiche) und wie viel Humor Sie mir zutrauen. Nur ist mein Humor von etwas anderer Art, als Sie mir das antragen. Ich lache mir nicht (mit klammheimlicher Freude) ins Fäustchen, sondern ich bemühe mich sehr um „Good vibrations in difficult times“. Aber gerade was die Politik in Plettenberg anbetrifft, muss man sich schon ziemlich darum bemühen, angesichts dessen, was sich da politisch abspielt, seine gute innere Stimmung aufrecht zu erhalten.

      Bspw. ist es schon ziemlich fragwürdig, wenn Hr. Kämmerer Schulte, um sich für sein zukünftiges Bürgermeisteramt zu empfehlen, eine Haushaltsbrandrede hält und sein zukünftiger Stadtrat ein paar Minütchen später Beschlüsse so fasst, als ob in Grüne, Öster, Else und Lenne nicht nur Wasser fließt, sondern erfolgreich nach Gold geschürft würde. In Präzisierung der Schultenschen Brandrede liegt die Idee nahe, dass nicht nur der Haushaltsentwurf in die Tonne gekloppt werden muss, sondern das dazugehörige politische Peronal und insbesondere die Produzenten solcher Entwürfe. Es scheint doch bei hellem Lichte betrachtet so zu sein, als habe sich Hr. Schulte bei seinem Wahlauftakt mit dem Haushaltsentwurf für die Tonne eine eigene (In-)Kompetenzbeurteilung ausgestellt. Und nun sollen die Steuern erhöht werden, das ist eine ganz neue und sehr originelle Lösung. Auf diesem Level könnte ich auch locker bürgermeistern und Brandreden halten.

      Ich fühle mich auch davon geschmeichelt, dass Sie in mir einen Guerillero sehen, der solche irrationalen politischen Verhältnisse ändern will, aber da überschätzen Sie (leider) meine bescheidenen Kräfte. Ich bin weder Mao noch Schmitt, sondern ich hatte mir nur erlaubt, beide und weitere Personen in meiner kleinen Fachinformation auf der HP des mli zu zitieren, um meine Konzepte zeitgeschichtlich einzubetten. Natürlich freut es mich, wenn Ihr Chef meinen bescheidenen Publikationen soviel Beachtung schenkt und sich scheinbar wiederholt für meine Fachpublikationen interessiert. Er sollte sie bitte doch zukünftig so aufmerksam lesen, dass er sie auch richtig versteht und nicht sinnverzerrt zitiert, denn so komplex und schwierig ist das doch auch nicht. Da die gebotene Sorgfalt aber weniger der Fall zu sein scheint, erlaube ich mir im folgenden noch einige Hinweise an Sie.

      Nun weiß ich, dass man sich bei einer christlichen Zeitung, wie dem ST, auch heute noch mehrfach bekreuzigt, wenn Namen wie die von Mao oder Carl Schmitt auch nur zitiert werden, dabei hätte ihr Chef nichts von mir lesen müssen. Ich unterstelle zu Ihren Gunsten, dass Ihre und Ihres Chefs meinungsforcierte Abwertungen von Mao und Carl Schmitt in beiden Fällen durch eine entsprechend fundierte Werkkenntnis gedeckt sind, denn dazu würde ich gern einmal öffentlich in Plettenberg mit Ihnen diskutieren. Aber die weite wissenschaftliche Renaissance und Neurezeption der Werke von Carl Schmitt scheint sich zumindest noch nicht bis in die Redaktionsstuben des ST rumgesprochen zu haben. Ihre und ihres Chefs lockere Umdeutung meiner Zitate spricht allerdings weniger für eine fundierte Werkkenntnis von Mao, Carl Schmitt (oder auch Gester) sondern in diesem Fall eher für einen verkürzenden und verzerrenden Revolverblatt-Journalismus auf (oder unter?) Bildzeitungsniveau.

      Sie sollten bei Ihren dekontextualisierten Zitatzuschreibungen aber zumindest bedenken, dass Mao immerhin ein unabdingbarer Vorläufer des heutigen Wirtschaftswunders von China war und, dass China heute ein äußerst wichtiger Handelspartner für Deutschland ist und dass etliche Firmen in Plettenberg mit China wirtschaftliche Verbindungen haben. Gerade „Mutti Merkel“ scheint sich im Unterschied zu Ihnen und Ihrer medialen Eigentümerfamilie der Bedeutung von China als Wirtschaftspartner sehr bewusst zu sein. Zählen Sie doch bspw. bitte mal nach, wie viele Gegenstände Sie in Ihrem Haushalt (und Ihrer Redaktion) haben, die in China hergestellt wurden.

      Wenn Ihr Chef die Mao- und Schmitt-Zitate ausgewählt und sie mir als meine Handlungsmaxime angedichtet hat, dann tut er das natürlich nur deshalb, weil er mich bei dem kleinbürgerlich-ängstlichen und konservativen Teil der Leserschaft seiner Zeitung (und dem Presserat, aber dazu demnächst ausführlich mehr) als Umstürzler der politischen Machtverhältnisse in P’berg präsentieren und denunzieren möchte. Er hatte dabei (wie so häufig) wenig christliche, sondern eigenwirtschaftlich geprägte Motive im Sinn. Er hätte natürlich (auch oder nur) aus der gleichen Veröffentlichung von mir Albert Schweitzer (den „Nationalheiligen“ des Elssass und den Namenspatron meines Plettenberger Gymnasiums) zitieren können und mir dessen umgekehrte Auffassungen (zu Mao und Schmitt) zuschreiben können. Aber ihr Chef hat das ganz bewusst deshalb so nicht gemacht, weil Schweitzer sich nicht so ‚nett‘ für seinen Denunziationsversuch meiner Person angeboten hätte. Aber auch das zeugt von eher flacher Werkkenntnis bei ihrem Chef bzgl. Albert Schweitzer. Denn gerade Schweitzer war ein entscheidender Rebellient seiner Zeit und hat u.a. bei seinem Kampf gegen die Atombombe sehr viele Anfeindungen, Denunziationen und Verleumdungen von Seiten widerlicher reaktionärer Kräfte und der amerikanischen Geheimdienste ertragen müssen.

      Es ist ebenfalls nicht so, wie Sie es gegenüber Frau Keiderling hinzustellen versuchen, als würde ich an einer „pubertären oder neurotischen“ Rebellienzmacke leiden und diese unreflektiert auf Staat, Stadt und Politik übertragen, sondern es ist im Gegenteil so, dass Rebellienz ein komplexes wissenschaftlich abgesichertes politisch orientiertes Selbstverteidigungskonzept (in Erweiterung von psychologischen Selbsterfahrungs-, Selbstkonstruktions- und Achtsamkeitskonzepten) gegen die Übergriffe des Neoliberalismus und Kasinokapitalismus darstellt. Ich schreibe dazu gerade ein Buch. Sie können es dann zur Erweiterung Ihres politischen und geistigen Echoraumes gerne lesen.

      Mein belgischer Kollege, der Psychoanalytiker Paul Verhaeghe, hat in seinem Bestseller „Und-Ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft“ sehr deutlich und konkret die desaströsen Auswirkungen des Neoliberalismus auf seine Klientel, andere Menschen sowie Gesellschaft und alltägliches Leben beschrieben und aufgezeigt.
      Der Wissenschaftsjournalist Jörg Blech hat (wie viele andere auch) die zunehmende alltägliche Denunzierung durch Psychopathologisierung (gegen jegliche Forschungsergebnisse aus der Resilienzforschung und den Gesundheitswissenschaften) in seinem Buch „Die Psychofalle. Wie uns die Seelenindustrie zu Patienten macht“ ebenfalls beschrieben.
      Neckel und Wagner als Herausgeber haben das wieder von der streng wissenschaftlichen Seite in ihrem Reader „Leistung und Erschöpfung Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“ zusammengetragen.

      Es geht in allen Fällen um die Beschreibung von mehr oder weniger subtilen, intransparenten oder vedeckten personal- und gesellschaftspolitischen Terrorsystemen, wie sie in den letzten Jahren (paradoxerweise) auf Seiten der Human Resources entwickelt wurden, um Individuen durch Arbeits-, Stress- und Ausbeutungsverdichtung zu kontrollieren und zu unterdrücken.
      Das WIDO (Wissenschaftliche Institut der AOK) liefert die empirischen Daten zu diesen bedauerlkichen Entwicklungen im jährlichen Arzneiverordnungs- und Fehlzeitenreport und macht die Folgen für die Betroffenen sehr deutlich. Das WIDO spricht von irrationalen und strukturell krankheitserzeugenden Entwicklungen. Durch die Karoshi-Karrieren Totarbeiten als Extremsport der verschwindenden Mittelschicht entstehen jährlich (empirisch belegte) volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe.
      Natürlich werden die volkswirtschaftlichen Schäden über die Steuern und Sozialbeiträge der Bürger sozialisiert, die entsprechenden Gewinne werden von Profiteuren dieser Entwicklungen individualisiert und auf deren Konten realisiert. Das führt u.a. zu einer weiteren Ungleichgewichtung der gesellschaftlichen Vermögensverteilung mit der Folge der weiteren Auflösung des Mittelstandes und damit zur weiteren politischen Destabilisierung und Radikalisierung breiter Bevölkerungsschichten. Nicht von mir geht die gesellschaftliche Destabiliserung aus, so wie Sie es umzudeuten und darzustellen versuchen, sondern von den politischen und gesellschaftlichen Kräften auf deren Seite sich das ST positioniert hat.
      (Und ich kann Ihnen gerne die Beispiele nennen, wie solche personalpolitischen Terrorsysteme in den Schachtelfirmen der Stadt Plettenberg zur Anwendung gekommen sind. Aber dass wissen Sie und ihr Chef besser als ich, nur es wird im ST nicht darüber berichtet. Das ist der entscheidende Punkt; Stichwort, strukturelle Korruption.)

      Und in der Tat kämpfe ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln (und meinen bescheidenen Kräften) gegen diese Entwicklungen, sowohl aus Sicht des volkswirtschaftlichen Schadens, als auch auf Grund der Beschädigung der Lebensentwürfe und der Gesundheit der betroffenen Individuen sowie deren politischer Entmutigung und Entmündigung bis hin zur Bespitzelung durch die Dienste unter der falschen Flagge der Sicherheit. Was waren doch Gestapo, Stasi oder die Rasterfahndung des deutschen Herbstes für „Amateurvereinigungen und -veranstaltungen“ im Vergleich mit der NSA und den anderen heutigen Diensten und von dem privatwirtschaftlichen Nutzungsmissbrauch von Big Data ist dann noch keine Rede gewesen.
      Zu diesen Vorgängen hält das politische Berlin fein den Mund und wagt weder Hrn. Snowdon Asyl anzubieten noch ihn vor den Untersuchungsausschuss einzuladen. In diesem Fall lacht sich allerdings wirklich jemand ins Fäustchen und der heißt Wladimir Putin. Wird sind heute so weit gediehen, dass W. Putin die freie Meinungsäusserung von amerikanischen Bürgern schützt, wenn das kein Ball Paradox ist, was sollte es dann noch sein?
      Vielleicht dies: Die Arbeitsministerin von der SPD Fr. Nahles will (als servile Lobbyistin von Wirtschaftsinteressen) anlässlich des Bahnstreiks das verfassungsmäßige Streikrecht schleifen; dazu fällt dann selbst Herrn „Drehhofer“ von der CSU fast nix mehr ein.

      Leider musste ich wiederholt feststellen, dass das ST in seinen inhaltlichen und stilistischen Positionierungen genau zu den Befürwortern dieser neoliberalen Entwicklungen zählt. Die Geisteshaltung und der geistige Horizont Ihres Chefs und des ST befinden sich immer auf der unreflektierten, unkritischen, affirmativen Seite der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Protagonisten dieser krankheits-, armut-, und elenderzeugenden Entwicklungen.
      Im ST werden engagierte Bürger sozusagen chronisch (in schnodderigem Ton, ich habe hier einige Mailbeispiele vorliegen) entmutigt, abgebügelt und versucht vorzuführen, oder es werden ihre Leserbriefe verstümmelt oder überhaupt nicht veröffentlicht. Das nennt man nach meinem Kenntnisstand Zensur. Dies alles sind deutliche Belege dafür, wie ein mediales Privatunternehmen aus eigenmotivierten wirtschaftlichen Zielen weiter die Meinungsführerschaft einer Stadt bestimmen will und dabei noch die Mär seiner angeblichen medialen Neutralität verbreiten will. Diesen Quatsch glaubt mittlerweile in P’berg niemand mehr.

      Wie der Staat, Banken und entscheidende Teile der Wirtschaft heute mit den Bürgern umspringen und wie Neoliberalismus und Turbokapitalismus den Staat und das Alltagsleben gewandelt haben, zeigt diese Doku (von mir gleich- oder ähnlichgesinnten) Wissenschaftlern und Journalisten, wie bspw. Roger Willemsen. Die Doku ist auf youtube . Auch von diesen Positionen ist das ST meilenweit entfernt. Aus all diesen Gründen lese ich das ST eher sporadisch, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es im ST aufklärende oder erhellende Beiträge zum Neoliberalismus, Turbokapitalismus und vorallem dessen Anwendung auf die P’berger Verhältnisse gegeben hätte. Ich kann mich aber an viele gezielte Lobeshymnen auf den Pleiteinsvestor SEPA erinnern, als auch an vielfältige Attacken, Angriffe und Verunglimpfungen der engagierten Bürger. Das ist die krude Wirklichkeit der selbstgepriesenen angeblichen politischen Neutralität des ST.

      Für die P’berger Politik bedeutet das u.v.a.m. 450.000 Euro (ohne Folgekosten) für ein Schmiedemuseum, ca. 400.000 Euro für die Bodensanierung des My-Geländes und mittlerweile sicherlich über 100.000 Euro für die ganzen Balla-Balla Gutachten. Und als bspw. Hr. Teichert einen Stadtpark und eine alternative Bebauung vorgeschlagen hatte, hieß es, dafür haben wir kein Geld und im ST wurde er lächerlich gemacht. Als „Wiedergutmachung" wurde er dann als Architekt von der Familie engagiert. So läuft das in P’berg, und die P’berger Politik und Presse möchte nichts aus der Wahlbeteiligung lernen, sondern weiter machen wie bisher. Die P’berger Parteien haben sich auf ihrem gegen die Bevölkerung gerichtetem Ego-Tripp die Stadt P'berg zur Beute gemacht, genauso wie es auf der gesellschaftlichen Makroebene von H. H. von Arnim zuletzt in der Deutschlandakte analysiert und publiziert wurde. Siehe dazu auch den 8 Minuten Film mit den zentralen Thesen von Arnim. Click

      Wie die zuvor erwähnten Dokus deutlich machen, sind Banken, Staat, Politik, Parteien; Lobbyisten und weite Teile der Wirtschaft heute diejenigen, die den Abbau des Sozialstaats und der demokratischen Rechte sowie die Vernichtung der privaten Vermögensbildung durch die Bankenbetrügereien, die Geldmarkt- und Währungspolitik und die Zerstörung der Innenstädte ungehindert organisieren und damit einseitig den gesellschaftlichen Generalvertrag „Gewaltverzicht des Bürgers gegen Schutz des Bürgers“ aufgekündigt haben. Bis in die Mitte der 80er Jahre waren Politik und Wirtschaft noch weitgehende Garanten des gesellschaftlichen Generalvertrags. Heute schützt der Staat die Wähler nicht mehr, sondern er ist der Organisator ihrer Schwierigkeiten und der Verarmung und Entmündigung weiter Bevölkerungskreise (siehe oben von Arnim).

      Es ist natürlich die Entscheidung Ihrer Eigentümerfamilie, in den Dienst welcher gesellschaftlicher und politischer Kräfte sie sich aus eigenwirtschaftlichen Interessen stellen will, denn natürlich gibt es vom My-Center und von der Stadt Plettenberg und ihren Schachtelfirmen mehr Anzeigen und Werbebeilagen als bspw. vom Denkmalverein. Auf diese Weise kann auch Ihr Arbeitsplatz etwas länger erhalten bleiben und deshalb ist es auch verständlich, welche Positionen Sie vertreten (müssen).

      Aber die grundsätzliche Deutungshoheit über die P’berger Politik und insbesondere die Behauptung, dass das ST politisch oder gesellschaftlich neutral oder gar progressiv sei, ist unrückholbar vorüber. Das ST ist eine servile und machtstützende Hofberichterstattungsgazette der in Plettenberg herrschenden politischen Machtverhältnisse. Machtverhältnisse, die durch die landesweit schlechteste Wahlbeteiligung nicht mehr repräsentativ gedeckt sind (siehe dazu die Auffassung des Ex-Verfassungsgerichtspräsidenten Papier). Diese desaströse Wahlbeteiligung ist eine direkte Folge der jahrzehntelangen politischen Misswirtschaft in Plettenberg auf vielfältigsten Ebenen und der dazu gehörigen medialen Berichterstattung, die überwiegend das ST zu verantworten hat (s.o. die Stichworte: abbügeln, entmutigen, vorführen, Zensur usw.)

      Noch eine Bemerkung zum Schluss: Wer Frau Keiderling kennt, der weiß, dass es so gut wie unmöglich ist, Frau Keiderling vor (s)einen Karren zu spannen. Deshalb darf man auch diese Einlassungen Ihrerseits getrost als Bullshit bezeichnen. Aber es ist gleichzeitig ein erneutes Beispiel dafür, wie das ST versucht, repressiv auf politische Ratsvertreter einzuwirken, die nicht länger die Linie und die wirtschaftlichen Eigeninteressen des ST vertreten oder besingen. Was sollen diese verklemmten Winkelzüge? Die Deutungshoheit ist futsch, tragen Sie es doch mit Fassung und Anstand und ändern Sie doch mal zur Abwechslung ihre Positionen.

      Wollte ich jetzt ein Bonmot machen, könnte ich Ihnen zurufen: Seien Sie zukünftig (in dem was Sie schreiben) kein Depp, lieber Sepp. Denn ich gehe davon aus, dass Sie bei weitem nicht so unreflektiert und schlicht sind, wie das, was Sie an Frau Keiderling geschrieben haben, sondern, dass Ihnen diese Antwort von Ihrem Chef diktiert wurde oder er sie als Minenhund vorgeschickt hat. Vielleicht idolisieren Sie auch in überidentifiziertem jugendlichem Leichtsinn die schlichten Wahrheiten und das simple politische Schwarzweiß-Weltbildbild Ihres Chefs und haben es aus verständlichen Gründen übernommen (Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.)
      Aber auch das ist keine Schande, sondern kann durch politische Bildung und Ausdehnung des politischen Echoraums verändert werden, man muss es nur wollen oder wagen.

      Gern sehe ich Ihrer geschätzten Antwort entgegen, aber bitte mit Argumenten und nicht mit weiteren Dummdisserei-Versuchen, denn dafür habe ich weder Lust noch Zeit.


      Mit besten Grüßen

      Ihr PWG

      Ps.: Ich werde diese eMail und ihre Antwort in das Forum stellen.

      Nach 60 Tagen keine Antwort von Hrn. Schulz

      Wie imm Falle der Stellvertretenden Bürgermeisterin Reinhold gibt es auch von Herrn Schulz vom Süderländer keine Antwort.
      Stattdessen weint das Süderländer auf der einen Seite Tränen über den Angriff auf die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit durch den infamen Anschlag in Paris, aber leider scheinen das Krokidilstränen zu sein, denn Critical Citizens diese Rechte für sich in Anspruch nehmen, dann lässt sich das Süderländer (metaphorisch gesprochen) seine Hundemeute von der Kette und diffamiert die Critical Citizens.
      Es ist schon mehr als wunderlich, wenn man die Artikel über den Neujahrsempfang des Bürgermeister im Stadtgespräch und im Süderländer liest und vergleicht, da scheinen die Redakteure der jeweiligen Zeitungen auf völlig unterschiedlichen Veranstaltungen gewesen zu sein.

      Na ja, so haben wir mittlerweile die Befürworter des My-Centers und des politischen Establishments kennengelernt:
      - wenig Argumente,
      - keine wirkliche Gesprächs- und Partizipationsbereitschaft gegenüber den Bürger,
      - gerne verdrehte oder gar falsche Tatsachen,
      - dafür zunächst immer aufgeblasenen Backen mit heisser Luft prall gefüllt;
      - aber wenn sie direkt angesprochen oder angeschrieben werden,
      - dann sind ganz kleinlaut und still und spielen in ihrem stillen Kämmerlein den Beatles Song „No Reply“.
      - Sie bleiben die Antworten schuldig.
      - Traurig aber leider wahr. (die ausführliche Argumentation finden Sie im „Dinner for On e“)

      Es bleibt die Frage, warum ist das Süderländer so scharf darauf, dass Plettenberg völlig sinnfrei mit einer Einkaufsfläche die fast für Lüdenscheid zu groß wäre zugepflastert wird? Warum will das Süderländer der Bevölkerung auf Deubel komm raus eine Stadtentwicklung verkaufen, die den Einzelhandel in Plettenberg endgültig ruiniert und der Stadtentwicklung nicht nur in Plettenberg sondern sogar in den umliegenden Städten schadet?

      Ich fürchte die Antwort ist ziemlich simpel, es geht wie immer um Geld und zwar um die Einnahmen des Süderländers durch Werbebeilagen der unterschiedlichen Shopping Center. Ein recht einträgliches Geschäft für die Familie (Achauer-)Hundt. Wenn man die Anzeigepreisliste des Süderländer nimmt und über eine dreißigjährige Abschreibungszeit eines Einkaufsecenters hochrechnet, dann kommt man da auf stolze Werbeeinnahmen in Millionenhöhe. D.h. mit anderen Worten wird das MY-Center nicht gebaut, dann verliert das Süderländer über die Jahre dadurch Werbeeinnahmen in Millionenhöhe. So gesehen ist es doch mehr als verständlich, wenn das Sünderländer so tut als würde es nur die Stadtentwicklung im Schilde führen und dabei aber zugleich an seine zukünftigen Werbeeinnahmen denkt.
      Tja und deshalb ist die Berichterstattung des Süderländers so wie sie ist. Und deshalb sind die Critical Citizens für das Süderländer natürlich keine engagierten Bürger, die sich um ihre Heimatstadt sorgen, sondern Hassprediger und Demagogen.
      Mal wieder eine Verdrehung von Ursache und Wirkung.