Der Presserat zur AfD Beschwerde, ein neuer Hammer I

      Der Presserat zur AfD Beschwerde, ein neuer Hammer I

      Schon am 22. September berichtete das ST (in Plettenberg Käseblatt genannt) triumphierend über die Ablehnung der AfD Beschwerde über den Plettenberger Print-Verdrehungsjournalismus durch den Presserat.
      Die Drahtzieher und Rädelsführer in den Plettenberger (Ab-)Blockparteien sollen sich genüsslich ihre Hände gerieben haben, dass ihre journalistische Fußhupe ST der AfD und dem Forum endlich mal richtig was aufs Dach gegeben haben und die Fahne der letzten wahren und ehrlichen Demokraten in Plettenberg hochgehalten haben, die wie wir alle wissen in der SPDCDUUWG ihre Heimat haben. Natürlich mit der erweiterten frohen Hoffnung, dass die engagierten Plettenberger endlich ihre Gosche halten und sich am besten gleich noch zerstreiten und dann wirkungsneutral auflösen und nur noch eine unangenehme Episode in der Stadtgeschichte gewesen sein würden.

      Man kann diese antidemokratischen und postdemokrotischen Phantasien und Tagträumereien der (Ab-)Blockparteien ja gut nachvollziehen, denn schließlich wurden sie noch nie mit der Wahrheit über ihr Tun konfrontiert und konnten bisher frei schalten und walten. Und laut dem alten Sigmund Freud sollen Träume bekanntlich der infantilen Wunscherfüllung dienen. Aber Freunde, wir halten es mit der alten Volksweisheit der Realisten: Träume sind Schäume.
      Doch es bleibt die Frage, warum haben sich die AfD und das Forum als versierte „Hassprediger und Krawalltüten“, noch nicht zum Aschauerschen Triumpfgeheul geäußert? Warum so still oder gar kleinlaut? Ganz neue Töne einer in sich gekehrten Bescheidenheit, die eigentlich der Plettenberger Politik gut zu Gesicht stehen sollte?
      Nein, nein, so ist es alles nicht, sondern es ist nur wieder der nächste Hammer:
      Während das Käseblatt schon posaunt wie das letzte Aufgebot der Trompeten von Jericho, hat die AfD vom Presserat bisher noch nicht einmal eine Stellungnahme vorliegen.
      Äh, wie bitte, was ist los?
      Ja Leute, das ist los: Aschauer tönt, was der Presserat verkündet und entschieden hat und eine Woche später hat der Antragsteller beim Presserat, die AFD Plettenberg, noch nicht mal eine Stellungnahme vom Presserat erhalten. Entweder ist die Post verloren gegangen, das kommt im deutschen Chaosland ja schon mal vor, wahrscheinlich sollte die Post mit einer Transall transportiert werden, oder die ganze Angelegenheit wirft ein bezeichnendes Licht auf die angebliche Neutralität des Presserates oder das ST wird doch nicht gelogen und die Berichterstattung verdreht haben? Nein, das ganz bestimmt nicht, unsere Heimatzeitung lügt nie und verdreht auch niemals seine Wahrheiten oder gar Ursache und Wirkung. Wer sowas auch nur klammheimlich denkt ist ein Krawallbruder (hört sich so ähnlich an wie Tippelbruder) und Hassprediger, der der Demokratie angeblich Schaden zufügt, zumindest der
      Karrikatur von Restdemokratie, die in Plettenberg ihr Unwesen treibt und von der Heimatzeitung so sinnfrei besungen wird.

      Langer Reder kurzer Sinn: Solange keine Stellungnahme vom Presserat vorliegt, ist die AfD und die Gegenöffentlichkeit nicht so ‘schlau‘ wie das Käseblatt und damit hier nicht, wie schon im Käseblatt weiterer Käse geschrieben wird, müssen wir leider warten, bis die Stellungnahme vom Presserat eingetroffen ist. Die AfD sollte mal bei Presserat nachfragen.
      Sobald die Stellungnahme vom Presserat eingetroffen ist, wird sich das Forum dann mal ganz ausführlich mit unserer Heimatzeitung, deren Motiven, deren Interessen, deren Methoden und seinem Chefredakteur beschäftigen.
      Und schaun mer dann mal, ob der Leserbrief dazu dann im Käseblatt veröffentlicht wird, vermutlich nicht, weil in dem Leserbrief dann keine Käse stehen wird.

      Eingang der Presseratsentscheidung

      Am 30. September ist die Presseratsentscheidung bei der AfD Ortsgruppe Plettenberg eingegangen. Das ist eine Zeitdifferenz zwischen den ‘Informationen‘ des ST und dem Eingang bei der Ortsgruppe von schlappen 9 Tagen. Es schiene mir zunächst mal nützlich nachzufragen, wie der Presserat diesen Zeitunterschied erklärt. Die Frage ist, lohnt das bei der Truppe? Und dann gibt es dazu eine inhaltliche Stellungnahme. Die dürfte ziemlich interessant werden, vermute ich mal, zumindest soweit es das Forum anbetrifft.

      Herrn Aschauer sei in der Zwischenzeit die Lektüre vom alten Seneca empfohlen. Seneca schreibt in seinem Werk „De ira. Über die Wut“, dass diese kein besonders guter Ratgeber ist. Da ich vermute, dass sich dieser knapp 2.000 Jahre alte Klassiker dem Bildungshorizont unseres heimatlichen Chefredakdeurs entzieht, erlaube ich mir im Anschluss ein paar Sätze aus der Einleitung dieses Klassikers zu zitieren. Nach meinen bisherigen Erfahrungen verbinde damit natürlich wenig Hoffnung, dass das bei Aschauer-Hundt zu einem Sinneswandel oder gar zur Besinnung führen könnte. Ich ‘fürchte‘ eher im Gegenteil, denn die vom Stoiker Seneca empfohlene Weisheit der Sanftmut und Affektbeherrschung scheint Aschauers Sache nicht wirklich zu sein. So wird doch in Plettenberg allenthalb über seine Art und Weise seiner Schreibe und seinem Umgang mit Informationen geklagt. Nur wurde ihm das bisher nicht öffentlich mitgeteilt, denn er hatte ja bisher das Pressemonopol, insbesondere seit die WR weg ist. Diese öffentliche Rückmeldung ist heute der Unterschied, der einen Unterschied macht.
      Wenn engagierte Bürger öffentlich diskutieren, ihre Meinung artikulieren oder gar Widerspruch zur Ratspolitik und gegen den medialen Käse anmelden, dann schwelgt er in wilden Träumereien von Krawalltüten, gefährlichen Wutbürgern und Hassprediger, die die Stadt aufmischen. Da zeigt sich seine postdemokratische Einstellung zum demokratischen Vorgang öffentlicher Diskussion. Er ist von seiner Mission innerlich so beseelt, dass er von seinen Gefühlen und Affekten innerlich überschwemmt und öffentlich weggeschwämmt wird. Er projiziert seine Gefühle auf die (überwiegend 60- 80 jährigen) engagierten Bürger und will sie zu Krawallbürgern und Hasspredigern umschreiben, die sich quasi (wie die Isis in einem heiligen) Krieg mit den Stadtvertretern befänden und diese auch noch durch körperlichen Terror bedrohen würden. Dabei stellt sich Aschauer als den letzten wahren Hort der Demokratie und Meinugsfreiheit dar. Ausser ihm selbst keine lupenreinen Demokraten in der Stadt. Dabei hat er noch nicht mal bei der Bildzeitung gelernt, oder doch? Diesen gequirrlten Mist kann man nur als Realsatire oder Generalschwachsinn zweiter Ordnung bezeichnen.

      Eine Aufgabe von Seneca war die Erziehung vom Brandstifter und Soziopathen-Kaiser Nero. Wie von Peter Ustinov im Sandalenfilm „Quo vadis “ glänzend dargestellt, war Nero mit seinen dbzgl. Erziehungsaktivitäten nicht so richtig erfolgreich. Wir werden sehen, ‘Quo vadis‘ das Süderländer und sein Chefreadakteur noch (ab-oder hin)driften werden.

      Doch nun zum alten Stoiker Seneca und der erhellenden Einleitung seines Klassikers über die Wut:
      „Du wolltest von mir, dass sich über Möglichkeiten zur Linderung von Wut schreibe, Novatus, und nicht ohne Grund, scheint mir, hat dir gerade dieser Affekt Angst gemacht, ist doch unter allen kein anderer so widerwärtig und keiner so außer sich. Die übrigen Affekte haben ja noch irgendetwas Ruhiges und Friedliches an sich. Dieser hier ist ganz Erregung und Drang, rasend vor unbändigem Verlangen nach Schmerzen, Waffen, Blut, dem Scharfrichter, einem Verlangen, das keineswegs menschlich ist. Es ist ihm gleichgültig, was mit ihm passiert, solange er nur dem anderen schadet; er wirft sich den Geschossen direkt entgegen und giert nach Rache – und wenn sie den Rächer selbst mit sich reißt! Daher haben weise Männer, die Wut als kurze Geisteskrankheit bezeichnet. Denn sie ist gleichermaßen ohne Macht über sich selbst, ohne Erinnerung an das, was sich gehört, ohne einen Gedanken an persönliche Bindungen, hartnäckig konzentriert auf das, was sie begonnen hat, vernünftigen Argumenten und guten Rat unzugänglich, erschüttert von Nichtigkeiten, unfähig zu differenzierter Einsicht in Recht und Wahrheit und ganz so wie ein einstürzendes Gebäude, das über dem was es zermalmt, zusammenbricht.
      Um dir klarzumachen, dass jemand, von dem Wut und Besitz ergriffen hat, nicht gesund sein kann, betrachte doch einfach sein Äußeres. Denn wie es für die Raserei des Geisteskranken bestimmte Anzeichen gibt – eine dreiste und drohende Miene, eine missmutig gerunzelte Strin, ein finsteres Gesicht, einen beschleunigten Gang, unruhige Hände, Wechsel der Hautfarbe und häufigere und heftiger vorgestoßene Seufzer –, genauso gibt es auch für beginnende Wut solche Anzeichen: Die Augen lodern und blitzen, das gesamte Gesicht stark gerötet, weil das Blut von unten aus dem Brustraum nach oben brodelt, die Lippen beben, die Zähne werden zusammengepresst, schaudernd stellen sich die Haare auf, der Atem geht stoßweise und zischend. Da ist ein Knacken der Gelenke, die sich selbst verdrehen, ein Stöhnen und dumpfes Brüllen und ein abgehacktes Stammeln nicht richtig artikulierter Wörter. Die Hände werden wieder und wieder zusammengeschlagen und der Boden mit den Füßen gestampft; der ganze Körper ist in Erregung und »der Wut gewaltiges Droh'n sein einzig Tun«. Ein abstoßender, schauderhafter Anblick ist das Gesicht solcher Leute, die sich selbst verunstalten und derart anschwellen, und man weiß nicht recht, was diese Strömung eher ist: verdammenswürdig oder entstellend.
      Andere Affekte kann man geheim halten und im Verborgenen nähren. Wo tritt hervor und zeigt sich im Gesicht, und je größer sie ist, desto offenbarer kocht sie empor. Du siehst doch selbst, wie bei allen Tieren Warnzeichen vorausgehen, sobald sie zum Schaden ansetzen, wie ihr ganzer Körper ein völlig anderes Äußeres annimmt, als das gewöhnliche im Ruhestand wie er die arttypische Aggression steigert: Ebern steht der Schaum vor dem Maul, ihre Zähne werden durch Reibung gewetzt; die Hörner von Stieren werden hin und her geschleudert und der Sand durch Stöße der Hufe versprengt; Löwen geben grollend Laut; gereizten Schlangen bläht sich der Nacken, bei tollwütigen Hunden verhärtet sich der Blick.“
      ((Seneca (2007: 7f.): Über die Wut, Reclam, Stuttgart; Original: De Ira, vermutl. zw. 41 u. 52 n. Chr.))
      Ich könnte natürlich auch noch mal fix aus Sloterdijks „Zorn und Zeit “ zitieren, das wäre auch eine ganz aufschlussreiche Lektüre, aber das sparen wir uns mal für die Tage auf, sonst werden die Lerneinheiten doch zu umfangreich für die Print-Journaille.

      Die Aktualität von Senecas Positionen für die moderne Arbeitswelt 2.0 werden aktuell von der israelischen Soziologin Eva Illouz thematisiert. Das Forum berichtete u.a. darüber im Politisch-medialen Alphabet (in Plettenberg) unter den Buchstaben D. und F., ebenso berichtete das Forum über die Bedeutung von Affektberrschung unter dem Thema „Bedeutung weicher Faktioren für die Stadt- und Wohlstandsentwicklung“.
      Da unser aller Geistesblitz Herr Aschauer sich als (zwar heimlicher, aber dafür eifriger) Leser des Forums geoutet hat, sei er noch mal auf diese Artikel hingewiesen.

      Ps.: Ich würde mich an Aschauers Stelle auch über das Internet echauffieren und damit zu erkennen gegeben, (wenn ich an seiner Stelle mit seinem Bewusstseinszustand wäre, den ich Gott sei Dank nicht habe) und auf der Seite der arabischen, türkischen, chinesichen usw. totalitaristischen Internetabschalter stünde. Denn bis vor kurzer Zeit war die ganze Stadt der medialen Willkür dieser Gazette und ihres Cheferedakteurs hilflos ausgeliefert. Heute ist es hingegen so, wenn Aschauer Blödsinn schreibt, dann ist das kein Diktum mehr, sondern dann wird das im Internet als das bezeichnet was es ist: Bullshit und sonst nichts. Das Elend des Pressesterbens hat Gründe, die nicht von ungefähr kommen. Herr Aschauer klöppelt auf seine Weise mit an diesem bedauerlichen Prozess, aber Gazetten wie das ST sind nun wirklich so überflüssig wie Gulasch am Ärmel.