Suchen oder finden bei „mieten, kaufen, wohnen“?

      Suchen oder finden bei „mieten, kaufen, wohnen“?

      Es fehlt mir bisweilen nicht an farbigen Worten um Ereignisse angemessen zu beschreiben und auch zu kommentieren, aber die postdemokratische Tyrannis der Plettenberger Rathäusler am Wieden lässt mich an manchen Stellen doch immer wieder mit ungläubigem Staunen zurück. Da fällt selbst mir immer mal wieder die Kinnklappe runter, obwohl man/ich doch mittlerweile bzgl. Plettenberger-Politik schon ziemlich abgehärtet wurde.

      Nun hat doch unser scheidender Bürgermeister sich am Dienstag öffentlich gefragt, ob und wo es im Stadtrat (oder im Rathaus) ein Informationsleck geben könne/müsse, der natürlich jetzt nachgeforscht werden solle. Er bezog sich damit wohl darauf, dass das Stadtgespräch bzgl. des „Buchungswunders“ an- bzw. nachgefragte hatte mit dem nun die GWU angeeckmannt ist. Übrigens kein Dankwort an das ausgeschlafene Stadtgespräch für seine hellsichtigen Nachfragen.

      Es ging dem Herrn Bürgermeisters Müller in erster Linie nicht um Beantwortung der ungeklärten strukturellen Fragen und weiteren Aufklärung dieses GWU Buchungskomplexes, sondern um die Suche nach einem Informationsleck im (Rat-)Haus, sozusagen um einen Whistleblower Check.

      Weiter ist aus diesen Bemerkungen des Herrn Müller zu schließen, dass er und unsere Volkskosmonauten oder zumindest einige von ihnen schon einige Zeit von der Affäre gewusst haben müssen, oder? Das heißt mit anderen Worten, wenn das Stadtgespräch nicht angefragt hätte, dann hätte diese neue Affäre weiter hartnäckig verschwiegen werden sollen oder wie verstehe ich das?
      Man will bzgl. der schwarzen Löcher nicht bei der GWU nachforschen, sondern angebliche Whistleblower aufspüren. Die NSA schnüffelt nicht und hat nix gemacht, sondern Herr Snowden wäre nach dieser kruden Masche der Bösewicht. Unter diesen Umständen müssten eigentlich alle aufrechten Plettenberger, wie Herr Snowden Asyl bei Herrn Putin suchen.

      Keine Einsicht in die eigenen Unzulänglichkeiten (und mögliche Beteiligung einschließlich bei der Verschleierung) und Beteiligungen an der bilanztechnischen Laienspielschar der GWU. Welche Amateure haben diese Bilanzen testierten? Keine weiteren Aufklärungen, keine weitere Beantwortung der anstehenden Fragen, sondern ein sofortiger und frecher Versuch von Gegenaufklärung. Der natürlich nur den Rückschluss auf einen weiteren hartnäckigen Verschleierungs- und Vertuschungswillen erlaubt. Es ist nicht zu glauben. Das kann man nur noch als Plettenberggate bezeichnen.
      Über die Watergate-Affaire war Nixon gestolpert. Klaus Müller hat jetzt wenigstens die Konsequenzen gezogen und tritt nächstes Jahr nicht wieder an und verlässt das Plettenberger Schiff (er spielt(e) hier zunehmend die Rolle die Sascha Hehn früher auf dem Traumschiff bekleidete); wenn es ihm einige andere maßgeblich Beteiligte doch auch bald gleich tun würden. Denn auch sie haben sich bisher nicht zu Wort gemeldet, reagiert und zur (sofortigen) Aufklärung beigetragen.

      Aber es kommt noch besser:
      Das normale Plettenberger sich der Wahl enthalten oder sich in ihre stillen Winkel zurückziehen, wird bei diesem chronischen politischen Fehlsteuerungen mehr als nachvollziehbar. Und das scheint genau das zu sein, was die Plettenberger Rathäusler mit ihrem Politikstil und chronisch frustrierenden Beziehungsangebot an die Plettenberger auch zu beabsichtigen scheinen, damit sie weiter ungestört ihre Fäden ziehen und strukturellen Netze spinnen können
      Und Herr Dumpfes-Wir-Heiko-Hillert schauspielerte am Dienstag den Unverstandenen, weil es doch eine andauernden Bürgerbeteiligung gegeben habe und er deshalb die Bürgern nicht mehr verstehe. Seine Originaltöne klingen allerdings ganz anderes: „ ... Die Politik entscheidet! Wir lassen uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen!“. In der Tat, er will die Bürger nicht verstehen, denn das ist doch für die engagierten Plettenberger überhaupt keine akzeptable Alternative. Was ist das für ein stumpfer Sprüchematsch? Aus welchen Groschenheften, Landser-Roman, autoritären Hochregallagern mit Populistenphantasien oder 2K Phrasendreschmaschine entnehmen Sie ihre Law und Order Sprachbilder, Herr Hillert? Was für die engagierten Plettenberger die Alternative wäre, hat bspw. Frau Kurth am Dienstag in der Ratssitzung ebenso deutlich wie frustriert zum Ausdruck gebracht: Es wäre der Dialog mit den Bürgern, der von der Plettenberger Politik (die stattdessen lieber nach Lecks schnüffelt) chronisch psyeudologisch hintertrieben oder gleich verweigert wird. (Siehe Stadtgespräch)
      Wo und wie soll die Bürgerbeteiligungen von denen Sie phantasieren, stattgefunden haben, oder verwechseln sie das mit dem üblichen Info- und Particitainment Quatsch der den Plettenbergern von der Politik als echte Bürgerbeteiligung andreht werden soll, Herr Hillert? (das Forum berichtete)

      Hat es ein Bürgerbegehren seitens des Rates zum My-Center gegeben? Wurde die Umfrage des Denkmalvereins mit fast 4.000 Stimmen gegen das My-Center vom Rat wohlwollend auf- und ernstgenommen? Wurden daraus Konsequenzen gezogen? Nein, das Gegenteil war der Fall. (das Forum berichtete)
      Welches „Schicksal“ droht nun der aktuellen AfD Umfrage zur Innenstadtentwicklung (außer dass sie vermutlich nicht oder bestenfalls verdreht vom ST veröffentlicht werden und deshalb vom lokalen CDU-Blatt medial unterdrückt werden soll?) Bürgerumfragen und Bürger Kritik werden nicht konstruktiv zur Problemlösung aufgegriffen, sondern die chronische Lösung ist Ablehnung und Zensur der Bürgervorschläge, stattdessen verschwörungstheoretisches Geraune, Abschattungen und Fahndung nach angeblichen Wistleblowern. Verehrter Herr Hillert, 4.000 Stimmen bringt ihre Partei z.Z. in Plettenberg nicht (mehr) zu stande, sondern nur schlappe 2.918.

      Keine Ausleuchtung der schwarzen Löcher bei der GWU, sondern weitere Abdichtungs- und Aufklärungsbekundungen nach einem angeblichen Dichteriss im oder zum schwarzen Loch. Das scheint mehr mit Dichtung, als mit Wahrheit und dem Wortgebrauch von „nicht mehr ganz dicht sein“ zu tun zu haben, als mit Aufklärungen und Antworten zu den Sachverhalten bei der GWU und wie, warum, seit wann, wem das passiert ist und wie lange das den Rathäuslern und dem Bürgermeister schon bekannt war.
      Übrigens, wenn in den GWU Bilanzen doch alles so ganz harmlos und ebenso schnell erklärt ist:
      • Warum wurde dann von dieser angeblichen Bilanz-Lappalie nicht rechtzeitig Kenntnis gegeben?
      • Warum hat man das dann nicht gleich aufgeklärt?
      • Warum will man dann jetzt angebliche Lecks suchen an Stelle von Aufklärung geben?
      • Oder droht da eben doch der nächste politische Überhammer?
      Die Antwort soll wahrscheinlich so lauten:
      Weil alles völlig harmlos war und es gar nix aufzuklären gibt, wurde es auch gar nicht erwähnt. (Aber warum wird dann jetzt nach Whistleblower gefahndet, wo es doch angeblich gar nix zu whistlen gibt?) Nur jetzt wird die ganze Chose mal wieder (im Internet) unnötig aufgebauscht. Also nicht die GWU, der Bm und die Rathäusler sind Schuld, sondern mal wieder die Foren im Internet und das (stupide) Aufklärungsbegehren der Bürger (Das sind die Standard-Blödeleien des ST). Was geht es die Plettenberger überhaupt an, was bei der GWU los ist? Die sollen (was die GWU anbetrifft) es gefälligst mit der Pseudo-Doku-Soapmieten, kaufen wohnen“ und ansonsten ihre Klappe halten. Der übliche Ball Paradox aus dem Sagenkreis des Café Käse (Und draußen gibt's nur Kännchen).

      Das und wie die Politik durch selbstgeschaffene kommunikative Tiefenstrukturen die Fragen und die Nachforschungsbegehren selber erst erzeugt hat, habe ich in diesem Forum ausführlich begründet und analysiert. Stattdessen will man nun nach einem angeblichen Riss suchen, der überhaupt erst das Einströmen von Licht und Aufklärung im schwarzen Loch verursacht haben soll, wo es für die Bürger nix aufzuklären und zu wissen gibt, weil es sie nicht nix angeht, was nicht aufgeklärt werden muss. Wer hat den Antwort gegeben, dass es bei den Bilanzen der GWU nicht mit rechten Dingen zugegangen ist? Das Stadtgespräch und das Internet oder der Bürgermeister?

      Die ganze Gesichte ist systemtheoretisch ungefähr so (zu bewerten), als ob eine Verschwörungstheorie zweiter Ordnung eine Verschwörungstheorie erster Ordnung zu ihrer eigenen Aufklärung erfunden hätte, während eine Verschwörungstheorie dritter Ordnung nach sich selber in den zwei anderen Verschwörungstheorien nach Erklärungen sucht m.a. Worten triangulierte Selbstreferenz. Nix verstanden? Undurchschaubare logische Schachtelsätze, die an die Firmenverschachtelungen der Sepa erinnern. „Das gibt's doch gar nicht“, fragt sich sich der verwunderte Leser? „Stimmt!“, antworte ich. Das wäre vermutlich auch eine weltweite nicht mögliche Singularität, wenn man von den Wundern der Plettenberger Politik mal absieht. Denn es geht dem Rat in erster Linie nicht um den Bürgerwillen, sondern scheins nur darum seine bisherige autistisch abgehobene Selbstbezüglichkeit zurückgewinnen, alles andere ist ihm Schnuppe.

      Folgen für die Tendenzen bei der Wahlbeteiligung? Weiter im Sinkflug? Oder schon im Sturzflug?