Zahlen Müller und Hillert jetzt freiwillig den Mammut-Baum?

      Zahlen Müller und Hillert jetzt freiwillig den Mammut-Baum?

      Gleich nach dem Ratsbeschluss kam er ab der Mammutbaum, damit die Story endlich vom Tisch ist. Aber jetzt wird es erst richtig interessant, denn gleichzeit soll auf der Ratschelle ein frevelnder Baumvergifter umgegangen sein, der dort einige Lindenbäume vergiftet haben soll.
      Nun schlägt die große Stunde dieses Mal nicht der Bäume, sondern unserer Rathäusler, das Stadtgespräch berichtet:
      „Bürgermeister Klaus Müller berichtete, die Verwaltung habe damals Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Mittlerweile ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft konkret gegen Personen. Hillerts Anregung, Schadenersatz zu fordern, wenn der Täter ermittelt wird, ließ Baubetriebshofleiter Steinhoff Summen nennen: "4.500 Euro kostet eine Linde. Die Staatsanwaltschaft hat uns gebeten, keine Tatsachen zu schaffen, also die vergifteten Bäume noch stehen zu lassen. Auf 20.000 Euro pro Baum plus 10.000 Euro Nebenkosten, ebenfalls pro Baum, summiert sich unter Umständen die Schadenersatzstrafe von insgesamt 90.000 Euro. Die Summe richte sich nach der wirtschaftlichen Potenz des Täters."

      Und sein potentieller Nachfolger CDU Cheffe Heiko Hillert dröhnt lauthals :
      „ … Die Politik entscheidet! Wir lassen uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen!“ Markige Sprüche, die weniger an „Seargent Pepper’s Lonley Hearts Club Band“, denn an Schleiffer-Uffze Himmelstoss aus Erich-Maria Remarque's „Im Westen nichts Neues “ erinnern. Hillerts dumpfes „Wir“ repräsentiert noch ganze 11,5% aller Plettenberger. Ein Notfunksignal unserer freischwebenden Politonauten-Freaks aus dem Rathaus-Raumschiff, die ihre Handlungslegitimation durch aufgeblähte Backen oder an Mammutbäumen und durch Protegierung von Pleiteinvestoren unter Beweis stellen wollen?

      Nun wollen einige Rathäusler angeblich schon wissen, wer es denn gewesen sei und verdächtigend einen Bürger. Auf die Idee, dass es auch einer von Ihnen selbst gewesen sein könnte, kommen sie natürlich nicht, denn eigentlich sind doch sie für „Baum ab stadtbekannt, oder wie?“

      Wer nun auch immer auf der Ratschelle die Bäume vergiftet haben mag, bis das raus ist, stellt sich doch die Frage in welcher Höhe schicken wir nun unseren neuen Baum-Buddies Müller und Hillert eine Rechnung über den Mammut-Baum? Für diesen Fall braucht mein auch keinen Staatsanwalt, denn die Täter sind bekanntermaßen unsere Rathäusler, die aus ihrer Täterschaft auch gar keinen Hehl gemacht haben, sondern durch ihren Verwaltungsakt den Mammut-Baum gekillt haben.

      Da fällt mir die Lebensweisheit meiner verstorbenen Mutter Margarete ein: „Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe.“ Stimmt, kann ich nur sagen. Legt ein Soldat im Krieg einen anderen Menschen um, ist er ein Held und bekommt einen Orden. Im Zivilleben kommt er für die gleiche Tat als Mörder oder Totschläger in den Knast. Findet zwischen durch mal schnell ein Regimewechsel statt, dann kann der mit Orden behängte Held über Nacht mal fix zum Völkermörder geworden sein oder auch bei Mord ein Volksheld werden, falls er zufällig den richtigen Politiker vor dem Regimewechsel umgelegt hat.
      Es kommt eben doch auf den Kontext an. Tja, tja, der Kontext macht den Sinn und die Regeln und seit „Guido dem Nervigen“ wissen wir alle: „Auf jedem Schiff das da dampft und segelt, gibt's einen der das alles regelt.“

      Das scheinen in Plettenberg die z.Z. die Wir-Akrobaten Hillert und Müller zu sein. Die Bäume auf der Ratschelle haben sie vielleicht nicht vergiftet, aber die kommunikative Atmosphäre und die Politik in Plettenberg. Die Schuld daran schreiben sie aber fix den Bürgen zu. Sie bekommen vermutlich keine Rechnung für den Mammut-Baum, aber sicherlich die politische Quittung in Form weiter sinkender Wahlbeteiligung.
      Und falls sich Müller nächstes Jahr zurückzieht und dann Hillert als Bürgermeisterkandidat der CDU zur Wahl stünde, ginge es den Plettenbergern wie dem alten Odysseus auf seiner Fahrt zwischen den Meerungeheuern Skylla und Charybdis. Das war in der Meerenge von Mesina bei Sizilien, da wo heute die Cosa Nostra alles regelt. So kann's kommen und das ist bisweilen die Illusion der Alternativen.