Was heißt eigentlich PPPP?

      Was heißt eigentlich PPPP?

      Abkürzungen waren immer beliebt und gebräuchlich. Schon in meiner Kinderzeit kannte ich in Plettenberg das Kürzel „dbddhkpukpukku“
      „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen und keine Partei und keine kalten Umschläge.“

      Diese Weisheit geht auf den Wanne-Eickler Fred Endrikat zurück. Endrikat hatte sich hier allerdings aus dem Arsenal des politischenWitzes während des tausendjährigen Reiches und der Wehrmacht bedient. Mitdiesem geheimen Kürzel verständigte man sich damals gegen hirnbefreite autoritäre Willkür, wenn offener Widerstand lebensgefährlich gewesen wäre.
      Die schlimmste Krankheit ist kurierbar,
      einnehmbar, injizierbar oder schmierbar.
      Das größte Leiden ist zu stillen, nur:
      Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

      Wurde man bei der Verwendung solcher Kürzel bei der Gestapo denunziert, dann konnte man den Gebrauch des Kürzels gestehen, aber ihm einen andere Bedeutung verleihen und war damit aus dem Schneider.

      Eigentlich ist PPPP oderPublic Privat Partnership Projekte heute ein Kürzel für das unappetitliche Gebaren der derzeitigen Politik, die Allmende auf Kosten der Bürger an private Investoren zu verhökern.

      Im Rahmen der Wandlung vom (ehemaligen) Steuerstaat, der sein Bürgern als Geldgeber verpflichtet war, zum Schulden- und Konsolidierungsstaat, der eine Marionette der Finanzmärkte geworden ist und seine Bürger betrügt und ausplündert, wurde dieses Geschäftemachermodell mit der Absegnung einer willfährigen Politikgesellschaftsfähig.
      Public Privat Partnership Projekte wurden von Werner Rüggemer deutlich dekonstruiert. Auf sein ebenso aufschlussreiches wie entlarvendes Buch über das unheilvolle Zusammenspiel von Politik und Investoren bei PPPP wurde in diesem Forum schon mehrfach aufmerksam gemacht.
      Der Sauerländer Münte bezeichnete solche verantwortungslosen Investorenheinis unverblümt als das, was sie sind: räuberische Heuschrecken. Eine Spezies, die gnadenlos alles auffrisst, was sie selber nie gesät hat.
      Dadurch werden die jeweiligen Lebens- und Wirtschaftsräume zerstört und dann ziehen die Heuschrecken weiter.
      Aber in Plettenberg geht das alles noch viel unappetitlicher zur Sache, da bedeutet das PPPP Kürzel Plettenberger Piss- und Penner Projekte. Denn es ist nicht zu fassen,das Plettenberger Stadtparlament beschäftigt sich ausführlich und ernsthaft mit diesen Themen.

      Horst Hassel berichtete im Stadtgespräch am 11. 2., 13., 14., 21. und 22. 3. 2014 und fragt richtigerweise, ob es keine wichtigeren Themen in Plettenberg geben würde:
      http://www.plettenberg-lexikon.de/zeitung/2014/11.02.2014.htm
      http://www.plettenberg-lexikon.de/zeitung/2014/14.03.2014.htm
      Natürlich müssen diese Fragen gelöst werden, aber doch nicht mit diesem Aufwand und den völlig (w)irren Ergebnissen. Und es stellt sich die Frage, warum das so gemacht wird, wenn es in Plettenberg doch andere Themen geben würde.
      Die wirklichen Gründe für die aufgeblasene Plettenberger PPPP Diskussion
      1. Vor der anstehenden Wahl wollen die etablierten Parteien, die das My-Center befürworten, den Bürgern beweisen, wie man durch forsche Taten diese Ärgernisse beseitigen kann und bürgernahe Handlungsfähigkeit demonstrieren und mit Leserbriefen Punkte und Wählerstimmen sammeln.

      2. Hinter diesen vor der Wahl künstlich hochgespielten Aufregungs- und Ablenkungslieferanten aus dem kleinen Vademecum des lokalen Spindoctors lassen sich ungestört die Strippen bei den wirklich wichtigen Fragen ziehen.
      3. Man ist nicht gezwungen,über die wahren Hintergründe der Pinkelecken am Wall zu sprechen, das ist der bedauerliche Zustand des Realgebäudes. Das Problem wird dekontextualisiert und individualisiert und zur Stigmatisierung benutzt. Nicht die jahrzehntelangedesaströse Stadtentwicklungspolitik der Politik ist Schuld, sondern die Wut wird auf bestimmte unterprivilegierte und prekäre Bürgergruppen umgelenkt.

      4. Die verschobene Aufmerksamkeit hat diesmal der Denkmalverein glänzend genutzt und hat mit den Eigentümern des Realgebäudes Kontakt aufgenommen.
      5. Dadurch wurde die Inkompetenz und Bürgerfeindlichkeit der etablierten Parteien des Plettenberger Stadtparlaments zum wiederholten Mal deutlich.
      6. Die Pseudoprojekte zur Bürgerbeteiligung wurden dadurch als das entlarvt, was sie sind, tumbe Propagandatricks. Die Bürger wollen wirkliche Beteiligung an den wichtigen Entscheidungsprozessen und keinen Pseudo-Beteiligungs-Schnickschnack wie in der Verballhornungsfähnchenwerbung der Sparkassen.

      Wie in Plettenberg Politik wirklich funktioniert
      Am Ende wurde durch dasPlettenberger Pinkel- und Penner- Projekt-Kasperltheater wieder mal überdeutlich, wie in Plettenberg Politik wirklich funktioniert:
      Nach dem ganzen Hin und Herund nachdem man die Parteien künstlich entzweit hat über diese richtige Lösung zu diesen Fragen, werden die Bänke am Maiplatz abmontiert und ein paar Meter weiter wieder aufgestellt. Und man ist stolz wie Bolle,dass man auf die ‘stinkende‘ Lösung der Bänke in den Auspuffgasen hinter dem Taxistand gekommen ist.

      Es werden Kosten verursacht, und es wird eine nutzlose Veränderung vorgenommen, die natürlich auf einem Gutachten bewährten Stadtentwicklungsplan gründet, während von den tieferliegenden Ursachen (Real-Center) durch diese öffentlich geführten Verdeckungsdiskussionen abgelenkt wird, damit endlich das My-Center realisiert werden kann.

      Die Bürger, die hauptsächlich die Bänke für ihre alkoholgeschwängerten Fahrten in ihren Weltinnenraum frequentieren, sind Bürger, die vom Neoliberalismus und seiner Public Privat Partnership Projekt Mentalität an den Rand der Zweidrittelgesellschaft gedrängt wurden. Diese Bürger sind das, was sie sind, eine öffentliches menschliches Mahnmal über die zunehmenden Ungerechtigkeiten der Zweidrittelgesellschaft.
      (Übrigens ein Begriff, der auf Peter Glotz von der SPD zurückgehen soll.)
      7. Gott sei Dank hat es der Denkmalverein unter Beweis gestellt, wie es richtig gemacht, obwohl er lange bekämpft und verunglimpft wurde.

      Das öffentliches WLAN ein „dbd“ Hotspot
      Das gleiche Spielchen findet übrigens anlässlich der öffentlichen Diskussion um das öffentliche WLAN statt.
      Erst schreibt die CDU die WLAN-Idee bei einer anderen Partei ab. Wahrscheinlich sollte das ein kleiner Jubiläumsbeitrag zum ehemaligen CDU Shooting Star dem Lügenbaron von und zu Guttenberg sein. Dann wird von SPD und Bürgermeister wortreich erklärt, warum das alles aus rechtlichen Gründen so nicht geht, weil einem öffentlichen WLAN in Deutschland gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen.
      Anderorts sind solche Probleme längst erfolgreich gelöst worden. Nur die SPD will den Bürgernwieder folgenden Bären aus dem Luxemburger Lügenzoo aufbinden: Leute, wir hätten das ja schon längst gemacht, wenn der nationale Gesetzgeber uns das nicht verbieten würde. Wir sind nicht schuld, sondern wir werden von höheren Gesetzlichkeiten gehindert. In der Antike und im Mittelalter wurde ein solcher Stuss wenigsten noch in die außermenschlichen Einflusssphären der Götter verlegt.

      Fazit:
      Als Fazit dieses ganzen Trauerspiels gilt bis zum Beweis des Gegenteils für die Plettenberger Politik „dbddhkpukpukku“.
      Selbstverständlich ist dieBedeutung dieser Abkürzung nicht mit den Bedeutungen der obigen Abkürzung identisch. Denn, wer würde ernsthaft behaupten wollen, dass die Plettenberger Politik und der Bürgermeister so ‘dbd‘ sind, dass da weder Pillen, Partei noch kalte Umschläge helfen würden, sondern es ist vermutlich viel schlimmer.

      Irrsinn der Plettenberger Politik

      Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes,
      - aber bei Gruppen Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.

      Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse Aph. 156: 84, Reclam 2010.

      Die Plettenberger Politik ist irrsinnig geworden, denn die Leserbriefe und Diskussionen aus der Politik zu den Bänken auf dem Maiplatz wollen kein Ende nehmen. Als ob es in Plettenberg nicht ein, zwei wichtigere Themen geben würde, zum Beispiel die Täuschungsmanöver von BM Müller bzgl. des Luxemburger Investors des mai-Centers u.v.a.m..

      Gründe und Funktion dieses ‘Bankdrückens‘ hatte ich in meinem letzten Posting analysiert, dem ist nichts hinzu zu fügen, außer der Weisheit von Nietzsche über die Verteilung des Irrsinns bei Individuuen und bei Parteien.